Bremer Weserlastkähne werden erstmals vollständig in 3D erfasst

Mehr als 400 Holzteile der historischen Weserlastkähne werden in Vechta vermessen. Die Untersuchung soll Alter, Herkunft und frühere Ladungen klären.

Kultur 04. November 2026, 15:41 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Zwei mehr als 300 Jahre alte Weserlastkähne aus der Sammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) werden erstmals hochauflösend in 3D dokumentiert. Dafür sind mehr als 400 einzelne Holzkomponenten nach Vechta gebracht worden. Dort haben die Vermessung und wissenschaftliche Untersuchung inzwischen begonnen.

Die Schiffe lagen zuvor 19 Jahre lang im Depot des Bremerhavener Museums. Im Juli markierten Fachleute sämtliche Bauteile, erfassten sie in einem Inventar und fertigten Fotografien an. Anschließend wurden die Hölzer verpackt und zur Fachfirma Denkmal3D transportiert.

Hölzer lagern im Wasser

In Vechta kamen die Schiffsteile zunächst in vorbereitete Frischwasserbecken. Diese Lagerung soll ihren Zustand bis zur weiteren Bearbeitung sichern. Vor der Vermessung werden die Oberflächen gereinigt. Ein Streifenlichtscanner erfasst anschließend Form und Struktur der Bauteile. Dabei projiziert das Gerät Lichtmuster auf das Holz und berechnet daraus ein räumliches Modell.

Parallel nehmen die Forschenden Proben von Dichtungsmaterialien, möglichen Farbresten und Ablagerungen. Diese könnten Hinweise auf Bauweisen, wirtschaftliche Bedingungen und frühere Ladungen liefern. Untersuchungen der Jahrringe sollen außerdem helfen, das Alter der Kähne, ihre Nutzungsdauer und die Herkunft der verwendeten Bäume genauer zu bestimmen.

Auswertung bis Jahresende

Mike Belasus vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung verantwortet die Erfassung der Komponenten bis zum Jahresende. Die gewonnenen Daten sollen anschließend interdisziplinär ausgewertet werden. Beteiligt sind neben dem DSM unter anderem die Landesarchäologie Bremen und das University College Dublin.

Die Lastkähne wurden in der Weser entdeckt, nur eine kurze Strecke flussaufwärts vom Fundort der Bremer Kogge. Nach Abschluss der Untersuchungen sollen die Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden. Langfristig ist vorgesehen, einen der Kähne im renovierten Scharoun-Bau des DSM zu zeigen.

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