Bremer Studie: Zehn Prozent des Tankrabatts kamen nicht an

Eine Untersuchung der Universität Bremen zeigt: Rund 90 Prozent der Steuersenkung erreichten die Kundschaft. Mindestens 160 Millionen Euro blieben in der Mineralölbranche.

Panorama 01. Oktober 2026, 06:41 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
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Universität Bremen (Logo) | Foto: Universität Bremen / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Mindestens zehn Prozent des untersuchten Tankrabatts sind nach Berechnungen der Universität Bremen nicht bei Autofahrern und Unternehmen angekommen. Von den staatlichen Entlastungen wurden demnach etwa 90 Prozent über niedrigere Preise an den Tankstellen weitergegeben.

Geleitet wurde die Untersuchung von Johannes Paha, Professor an der Universität Bremen. Für den betrachteten Rabatt in den Monaten Mai und Juni verzichtete der Staat laut seinen Angaben auf Steuereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro. Mindestens 160 Millionen Euro verblieben damit in der Wertschöpfungskette der Mineralölwirtschaft.

Diesel weniger entlastet

Unterschiede gab es zwischen den Kraftstoffarten. Nach ergänzenden Untersuchungen des ifo-Instituts kamen von einer Entlastung um 17 Cent je Liter Diesel etwas mehr als zwölf Cent bei der Kundschaft an. Bei Benzin wurden demnach zwischen 15 und 16 Cent weitergegeben.

Paha geht nicht davon aus, dass vor allem die Betreiber einzelner Tankstellen profitierten. Deren Margen seien üblicherweise gering, besonders an Standorten mit starkem Wettbewerb. Die nicht weitergereichten Beträge seien eher bei Mineralölkonzernen und Raffineriebetreibern verblieben. Eine fortgesetzte Beobachtung der Branche hält der Ökonom deshalb für sinnvoll.

Kritik an Verteilung

Grundsätzlich bewertet Paha den Tankrabatt kritisch. Zwar lasse sich eine Senkung der Kraftstoffsteuer schnell umsetzen. Sie entlaste die Bevölkerung jedoch nicht gezielt nach Einkommen oder Bedarf. Menschen mit großen und verbrauchsintensiven Autos erhielten absolut mehr Unterstützung als Fahrer sparsamer Fahrzeuge.

Als kurzfristige Alternative nennt Paha direkte Zahlungen an Verbraucherinnen und Verbraucher. Langfristig müsse der Verbrauch fossiler Energieträger sinken. Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte bereits vor einer dauerhaften pauschalen Entlastung an der Zapfsäule gewarnt und zielgerichtetere Hilfen gefordert.

Originalquelle

NDR Niedersachsen

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