Bremer Senatorin weist Vorstoß gegen Radio Bremen und ZDF zurück
Özlem Ünsal lehnt eine Privatisierung des ZDF und die Auflösung von Radio Bremen ab. Der ZDF-Fernsehrat stellte sich einstimmig hinter den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Die Bremer Senatorin Özlem Ünsal hat Vorschläge zur Privatisierung des ZDF und zur Auflösung kleinerer öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten wie Radio Bremen zurückgewiesen. Über die Rundfunkpolitik entschieden die Länder, erklärte Ünsal nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats in Mainz.
Das Kontrollgremium bekannte sich am 25. September 2026 einstimmig zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Beschluss wurde nach Angaben der Bremer Senatspressestelle von den Vertretungen aller 16 Länder sowie von mehr als 40 zivilgesellschaftlichen Organisationen im Fernsehrat getragen.
Reaktion auf Weimer
Der Fernsehrat reagierte damit auf eine Debatte, die Kulturstaatsminister Wolfgang Weimer mit seinen Äußerungen ausgelöst hatte. Welche konkreten Schritte aus seinem Vorstoß folgen könnten, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Ünsal argumentierte, eine Privatisierung des ZDF und die Auflösung von Radio Bremen oder des Saarländischen Rundfunks würden weder Zeitungsverlage noch private Rundfunkanbieter stärken. Stattdessen werde eine publizistische Struktur geschwächt, die aus ihrer Sicht als Gegengewicht zu globalen Plattformen, algorithmisch gesteuerten Inhalten, Desinformation und politischer Einflussnahme benötigt werde.
Bremen im Fernsehrat
Ünsal gehört dem ZDF-Fernsehrat als staatliche Vertreterin Bremens in der Länderbank an. Gemeinsam mit Andreas Breiter, der dort den Bereich Wissenschaft und Forschung vertritt, zählt sie zu den Bremer Mitgliedern des Gremiums. Beide stellten sich nach der Sitzung ausdrücklich hinter dessen Beschluss.
Der Fernsehrat beaufsichtigt das Programm des ZDF und vertritt dabei unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen. Eine Entscheidung über eine Privatisierung oder die Zukunft einzelner Rundfunkanstalten war mit dem Beschluss nicht verbunden.
Originalquelle
Senatspressestelle BremenKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.