Bremer Kirche tritt weltweiter Nagelkreuzgemeinschaft bei
Die Bremische Evangelische Kirche gehört nun zur Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry. Das Versöhnungsgebet soll regelmäßig im Dom gesprochen werden.
Die Bremische Evangelische Kirche ist als erste vollständige Landeskirche in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry aufgenommen worden. Bei einem Gottesdienst im St.-Petri-Dom überbrachte die amtierende Dekanin der englischen Kathedrale, Kate Massey, Grüße und den Segen der Gemeinschaft.
Mit dem Beitritt übernimmt die Landeskirche die Aufgabe, das Versöhnungsgebet von Coventry in Bremen zu verankern. Es soll künftig freitags während des Mittagsgebets im Dom gesprochen werden.
Symbol aus Kriegstrümmern
Die Nagelkreuzbewegung geht auf die Zerstörung der Kathedrale von Coventry im Zweiten Weltkrieg zurück. Aus Zimmermannsnägeln der Ruine entstand ein Kreuz als Zeichen für Vergebung und Verständigung. Seit 1945 engagiert sich die Gemeinschaft international für Frieden und Versöhnung.
Im Jahr 2026 nahm sie nach Angaben der Bremischen Evangelischen Kirche 17 neue Mitglieder aus den USA, Kanada, Südafrika, den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien auf. Massey führte das wachsende Interesse auf Kriege, gesellschaftliche Polarisierung, Ungleichheit und die Folgen der Erderwärmung zurück.
Mobiles Kreuz geplant
Im kommenden Jahr soll ein zweites Nagelkreuz durch die Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche wandern. Es soll dort Gespräche über Frieden, Vergebung und Versöhnung anstoßen.
Friedensbeauftragter Andreas Hamburg zeigte während des Gottesdienstes Trümmerteile einer Kampfdrohne aus der Ukraine. Er betonte, Versöhnung könne Opfern von Gewalt nicht abverlangt werden. Bürgermeister Andreas Bovenschulte erklärte in seinem Grußwort, Verständigung sei nach schwerem Leid nicht unmittelbar möglich. Für die Zukunft müsse die Möglichkeit einer Aussöhnung dennoch bewahrt werden.
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