Bremen baut Schutz vor Starkregen schrittweise aus
Gefahrenkarten, Umbauten und das Schwammstadt-Prinzip sollen Überflutungsrisiken senken. Auch Eigentümer bleiben bei der Vorsorge gefordert.
Bremen will Schäden durch Starkregen mit gezielten Umbauten, frühzeitiger Planung und mehr Eigenvorsorge begrenzen. Die Umweltbehörde stellte der Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft am 5. November den bisherigen Stand und die nächsten Schritte vor. Vorrang haben besonders gefährdete Bereiche, in denen kurzfristige Verbesserungen möglich sind.
Grundlage sind Gefahrenkarten für das gesamte Stadtgebiet. Über das öffentliche Starkregen-Vorsorgeportal können Eigentümer prüfen, ob ihr Grundstück gefährdet sein könnte. Hansewasser Bremen bietet dazu eine kostenlose Beratung an.
Umbauten im Straßenraum
Kleinere Maßnahmen wurden bereits am Borchersweg, an der Kreuzung Crüsemannallee und Busestraße sowie im Bereich Sielpfad, Kreuzstraße und In den Runken umgesetzt. Dort soll Wasser besser abfließen oder vorübergehend zurückgehalten werden. Beteiligt sind Hansewasser, das Amt für Straßen und Verkehr sowie die Umweltbehörde.
Bei ohnehin geplanten Straßen- und Kanalarbeiten prüft die Stadt zudem, ob sich Flächen entsiegeln, begrünen oder für den Wasserrückhalt nutzen lassen. Dieses sogenannte Huckepackverfahren kam unter anderem bei Umgestaltungen in der Rasteder Straße und der Münchener Straße zum Einsatz.
Regenwasser vor Ort halten
Auch bei neuen Quartieren und größeren Umbauten werden Entwässerung und Starkregenschutz in die Planung einbezogen. Beispiele sind der Ellener Hof, die Gartenstadt Werdersee und das Tabakquartier. Regenwasser soll möglichst auf Grundstücken gespeichert, genutzt oder versickert werden.
Parallel erarbeitet Bremen ein gesamtstädtisches Schwammstadt-Konzept. Es soll Standards, Zuständigkeiten, Finanzierung und Zusammenarbeit zwischen Planung, Bau, Stadtentwässerung und Grünflächenentwicklung ordnen.
Die Stadt betont zugleich die Verantwortung der Grundstückseigentümer. Rückstauverschlüsse, Hebeanlagen, bauliche Barrieren und entsiegelte Flächen können Schäden verringern. Das Förderprogramm Schwammstadt unterstützt unter anderem Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung sowie die Nutzung von Regen- und Grauwasser. Einen vollständigen Schutz vor extremen Wetterereignissen könne es jedoch nicht geben.
Orte
- Starkregenschutz umgesetzt, Borchersweg
- Starkregenschutz umgesetzt, Crüsemannallee / Busestraße
- Starkregenschutz umgesetzt, Sielpfad / Kreuzstraße / In den Runken
- Huckepackverfahren umgesetzt, Rasteder Straße
- Huckepackverfahren umgesetzt, Münchener Straße
- Starkregenschutz eingeplant, Ellener Hof
- Starkregenschutz eingeplant, Gartenstadt Werdersee
- Starkregenschutz eingeplant, Tabakquartier
Originalquelle
Senatspressestelle BremenKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.