Bovenschulte weist Mehrarbeit ohne Lohnausgleich zurück
Bremens Bürgermeister stellt sich gegen längere Arbeitszeiten zum gleichen Lohn. Die Beschäftigten dürften nicht zum Hauptinstrument gegen wirtschaftliche Probleme werden.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat Forderungen nach längeren Arbeitszeiten ohne zusätzliche Bezahlung zurückgewiesen. Mit Blick auf das Mercedes-Werk in Bremen erklärte er, mehr Arbeit für den bisherigen Lohn sei keine tragfähige Strategie.
Der Bürgermeister warnte davor, wirtschaftliche Schwierigkeiten vor allem zulasten der Belegschaften zu lösen. Beschäftigte dürften nicht zur einfachen Standardantwort auf sämtliche Probleme eines Unternehmens gemacht werden, sagte Bovenschulte laut einem Bericht von Auto Motor und Sport.
Konflikt um Arbeitskosten
Die Äußerungen fallen in eine angespannte tarifpolitische Lage. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld. Auf Arbeitgeberseite steht dagegen das Ziel, die Arbeitskosten zu senken. Am großen Mercedes-Standort in Bremen prallen beide Positionen unmittelbar aufeinander.
Bovenschulte stellt sich damit gegen eine Verlagerung der wirtschaftlichen Belastungen auf die Beschäftigten. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen Modelle, bei denen die regelmäßige Arbeitszeit steigt, ohne dass der Lohn entsprechend angepasst wird.
Mercedes im Fokus
Das Bremer Mercedes-Werk ist ein zentraler Schauplatz der Auseinandersetzung. Für die dortige Belegschaft geht es neben der Bezahlung auch um die grundsätzliche Frage, welchen Beitrag Beschäftigte zur Senkung der Kosten leisten sollen.
Eine konkrete Vereinbarung oder Entscheidung zu längeren Arbeitszeiten geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Bovenschultes Stellungnahme ist zunächst eine politische Positionierung in der laufenden Debatte zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern.
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