Bovenschulte stellt sich in SPD-Führungsdebatte hinter Klingbeil
Vor der Neuwahl der SPD-Spitze fordert Juso-Chef Türmer einen personellen Neustart. Bremens Bürgermeister Bovenschulte widerspricht.
In der SPD wächst die Debatte über die künftige Parteiführung. Während Juso-Chef Türmer einen personellen Neuanfang an der Spitze verlangt, spricht sich Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte für einen Verbleib von Lars Klingbeil aus. Ob Klingbeil erneut für den Vorsitz kandidiert, ist bislang offen.
Türmer fordert einen Neustart und stellt damit die weitere Führung durch Klingbeil infrage. Der SPD-Chef ist zugleich Vizekanzler. Die Diskussion betrifft daher nicht nur die innerparteiliche Aufstellung, sondern auch das Verhältnis zwischen Parteiamt und Regierungsverantwortung.
Rückhalt aus Bremen
Bovenschulte sieht keinen Anlass für einen Wechsel auf Klingbeils Position. Nach seiner Einschätzung leistet der Bundesvorsitzende gute Arbeit. Auch die Verbindung von Parteivorsitz und Ministeramt hält der Bremer Regierungschef weiterhin für vertretbar. Beide Aufgaben müssten aus seiner Sicht nicht grundsätzlich getrennt werden.
Damit stellt sich Bovenschulte gegen die Forderung des Juso-Vorsitzenden. Die Jusos vertreten die Nachwuchsorganisation der SPD und bringen innerhalb der Partei regelmäßig eigene politische und personelle Positionen ein.
Co-Vorsitz ebenfalls offen
Neben Klingbeils Zukunft steht auch die zweite Position an der Parteispitze zur Diskussion. Für die Nachfolge der scheidenden Co-Vorsitzenden Bärbel Bas hatte Bovenschulte bereits zwei Namen genannt: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.
Eine Entscheidung über die künftige Besetzung ist noch nicht gefallen. Damit bleibt offen, ob die SPD ihre Führung vollständig neu ordnet oder zumindest an Klingbeil festhält.
Originalquelle
tagesschau.deKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.