Bovenschulte fordert Ausbau der Ariane-Produktion in Bremen
Europas Bedarf an Raketen wächst. Bürgermeister Andreas Bovenschulte verlangt deshalb Investitionen in Personal und Entwicklung am Bremer Ariane-Werk.
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert einen Ausbau der europäischen Raketenproduktion und eine starke Rolle des Ariane-Werks in Bremen. Bei einer Betriebsversammlung der Ariane Group sagte er am Donnerstag, Europa müsse seine eigenen Startkapazitäten erweitern. Dafür sei die Ariane 6 unverzichtbar.
Nach Einschätzung Bovenschultes könnte die Zahl verfügbarer Raketen zum Engpass werden. Der Bedarf an Transporten für Galileo, kommerzielle Satelliten und neue Satellitenkonstellationen steige. Kleinere europäische Trägerraketen könnten die Ariane 6 bei bestimmten Missionen ergänzen, aber nicht ersetzen.
Milliarden für Raumfahrt
Der Bürgermeister verwies auf geplante Ausgaben des Bundes von 35 Milliarden Euro für Raumfahrtprojekte und die Sicherheitsarchitektur im All. Bei der Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Bremen habe Deutschland zudem rund 5,4 Milliarden Euro für europäische Programme zugesagt.
Von möglichen Investitionen in bemannte Raumfahrt, wiederverwendbare Systeme sowie sicherheits- und verteidigungspolitische Fähigkeiten im Weltraum soll nach Bovenschultes Vorstellung auch der Standort Bremen profitieren. Dafür seien Forschung, Entwicklung und eine langfristige Planung der benötigten Kompetenzen erforderlich. Er kündigte an, sich beim Bund und bei der ESA für den Bremer Standort einzusetzen.
Mehr Personal gefordert
Eine höhere Produktionsgeschwindigkeit dürfe nach Ansicht des Bürgermeisters nicht dauerhaft zulasten der Belegschaft gehen. Wenn mehr Raketen gebaut werden sollten, müsse das Unternehmen auch in zusätzliches Personal, Ausbildung und Arbeitsbedingungen investieren.
Leiharbeit könne vorübergehende Produktionsspitzen abdecken. Für einen langfristigen Personalbedarf seien jedoch Übernahmen zu prüfen, sagte Bovenschulte. Nur mit verlässlichen Perspektiven lasse sich Erfahrung im Betrieb halten.
Parallel zum Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit ist neben dem Bremer Rathaus ein Modell der Ariane 6 zu sehen. Die Raumfahrt gehört auch zum Programm der dreitägigen Feierlichkeiten.
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Senatspressestelle BremenKommentare
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