636 akute Kindeswohlgefährdungen in Bremen und Bremerhaven
Die Jugendämter registrierten 2025 deutlich mehr akute Kindeswohlgefährdungen als im Vorjahr. Die FDP fordert rasche Konsequenzen.
Die Jugendämter in Bremen und Bremerhaven haben 2025 insgesamt 636 akute Kindeswohlgefährdungen registriert. Das waren nach Angaben der FDP-Fraktion 93 Fälle und damit 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl erreichte damit erneut einen Höchststand.
Akute Kindeswohlgefährdung bezeichnet Situationen, in denen Kinder oder Jugendliche erheblichen Schaden erleiden könnten und ein sofortiges Eingreifen des Jugendamts erforderlich sein kann. Angaben zu den einzelnen Fällen, etwa zu Ursachen oder Maßnahmen, enthält die Mitteilung nicht.
FDP fordert Konsequenzen
Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecher Ole Humpich fordert vom Senat eine schnelle Auswertung der neuen Zahlen. Entscheidend sei, ob Familien früh genug Unterstützung erhielten, Jugendämter zeitnah handeln könnten und ausreichend Schutzplätze sowie anschließende Hilfsangebote zur Verfügung stünden.
Die FDP verweist dabei auf eine Große Anfrage ihrer Fraktion aus dem April. Nach Darstellung der Liberalen wurden darin steigende Fallzahlen, Engpässe beim Personal und lange vorläufige Unterbringungen als Herausforderungen für den Kinderschutz benannt. Die Fraktion verlangt, der Senat solle offenlegen, welche konkreten Schritte er aus der aktuellen Entwicklung ableitet.
Schutzangebote im Blick
Die vorliegenden Angaben lassen offen, ob der Anstieg auf mehr tatsächliche Gefährdungslagen, eine bessere Erkennung oder weitere Faktoren zurückgeht. Auch Daten zur Verteilung der Fälle zwischen Bremen und Bremerhaven wurden nicht genannt.
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