1,3 Millionen Euro für Demokratieforschung in Hafenstädten
Ein Bremerhavener Forschungsprojekt untersucht demokratische Teilhabe in vier Hafenstädten. Die VolkswagenStiftung fördert es fünf Jahre lang.
Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven erhält rund 1,3 Millionen Euro für ein internationales Forschungsprojekt. Das Team untersucht, wie Menschen in Hafenstädten demokratische Teilhabe im Alltag erleben und gestalten. Die auf fünf Jahre angelegte Arbeit wird von der VolkswagenStiftung finanziert.
Unter Leitung von DSM-Direktorin Ruth Schilling vergleicht das Projekt Bremerhaven mit Lüderitz in Namibia, Valparaíso in Chile und Singapur. Beteiligt sind der britische ITF Seafarers' Trust und weitere internationale Partner.
Vier Hafenstädte im Vergleich
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Wahlen, staatliche Einrichtungen oder die formale Staatsangehörigkeit. Die Forschenden betrachten auch, ob Menschen ihre Rechte tatsächlich wahrnehmen, gesellschaftlich mitwirken und Zugehörigkeit erfahren können. Untersucht werden deshalb unter anderem Nachbarschaften, Vereine, Gewerkschaften, Kulturinstitutionen und öffentliche Räume.
Die vier Städte unterscheiden sich in ihrer Geschichte und ihren politischen Strukturen. Gemeinsam sind ihnen jedoch Erfahrungen mit Migration, wirtschaftlichem Wandel und maritimer Vernetzung. Auch das koloniale Erbe, soziale Teilhabe und die Legitimation politischer Entscheidungen sollen in den Vergleich einfließen.
Archive und Feldforschung
Das Team verbindet historische Quellenarbeit mit ethnografischer Feldforschung, politischen Analysen und künstlerischen Beteiligungsformaten. Geplant sind Gespräche mit Einwohnerinnen und Einwohnern sowie Workshops mit lokalen Gemeinschaften.
Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen für Politik, Bildung und Zivilgesellschaft entstehen. Museen könnten sie für gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelte Ausstellungen nutzen. Schulen sollen Anregungen für die Demokratiebildung erhalten. Auch Kommunen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen sollen Hinweise für Beteiligungsangebote bekommen.
Das Vorhaben ergänzt die Forschung des DSM zu Arbeitsmigration auf Werften und zu postkolonialen Perspektiven auf das Meer. Mudassar Munir, der den Antrag koordinierte und verfasste, arbeitet seit September 2026 im Projekt mit.
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Deutsches SchifffahrtsmuseumKommentare
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