1,3 Millionen Euro für Demokratie-Forschung in Hafenstädten

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum untersucht mit internationalen Partnern demokratische Teilhabe in Bremerhaven und drei weiteren Hafenstädten.

Wirtschaft 19. Oktober 2026, 08:37 Uhr 1 Min. Lesezeit 4 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto)
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto) | Foto: Uwe H. Friese / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven erhält rund 1,3 Millionen Euro für ein internationales Forschungsprojekt. Die VolkswagenStiftung fördert die auf fünf Jahre angelegte Untersuchung über demokratische Teilhabe in Hafenstädten. Geleitet wird das Vorhaben von DSM-Direktorin Ruth Schilling.

Das Team vergleicht Bremerhaven mit Lüderitz in Namibia, Valparaíso in Chile und Singapur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen ihre Rechte wahrnehmen, gesellschaftlich mitwirken und Zugehörigkeit erfahren – unabhängig davon, welchen formalen staatsbürgerlichen Status sie besitzen.

Vier Hafenstädte im Vergleich

Untersucht werden unter anderem Migration, wirtschaftlicher Strukturwandel, koloniales Erbe und soziale Beteiligung. Dabei betrachten die Forschenden Demokratie nicht nur als Angelegenheit von Wahlen und staatlichen Einrichtungen. Einbezogen werden auch Vereine, Gewerkschaften, Kulturinstitutionen, Nachbarschaften und öffentliche Räume.

Das Projekt verbindet historische Forschung mit ethnografischer Feldarbeit, politischen Analysen und künstlerischen Beteiligungsformaten. Geplant sind Recherchen in Archiven, Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Workshops mit lokalen Gemeinschaften. Zu den beteiligten Einrichtungen gehört der britische ITF Seafarers' Trust. Hinzu kommen weitere internationale Kooperationspartner.

Empfehlungen für die Praxis

Aus den Ergebnissen sollen Vorschläge für Politik, Bildung und Zivilgesellschaft entstehen. Museen könnten die Erkenntnisse für gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelte Ausstellungen nutzen. Schulen sollen Impulse für die Demokratiebildung erhalten. Auch Kommunen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen sollen Anregungen für Beteiligungsangebote bekommen.

Die Förderung stammt aus der Initiative „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“. Sie unterstützt Forschungsverbünde, die demokratische Veränderungen gemeinsam mit Partnern aus der Zivilgesellschaft untersuchen. Der Projektantrag wurde nach Angaben des DSM von Mudassar Munir koordiniert und verfasst.

Orte

Bremerhaven

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