1,3 Millionen Euro für Demokratie-Forschung in Hafenstädten

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum untersucht fünf Jahre lang demokratische Teilhabe in Bremerhaven und drei internationalen Hafenstädten.

Wirtschaft 04. November 2026, 15:41 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto)
Deutsches Schifffahrtsmuseum (Archivfoto) | Foto: Uwe H. Friese / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven erhält rund 1,3 Millionen Euro für ein internationales Forschungsprojekt. Über fünf Jahre soll ein Team untersuchen, wie Menschen in Hafenstädten demokratische Teilhabe im Alltag erleben und gestalten. Die VolkswagenStiftung finanziert das Vorhaben im Rahmen ihrer Initiative zu Demokratien im Wandel.

Geleitet wird das Projekt von DSM-Direktorin Ruth Schilling. Beteiligt sind der britische ITF Seafarers' Trust und weitere internationale Kooperationspartner.

Vier Hafenstädte im Vergleich

Die Forschenden vergleichen Bremerhaven, Lüderitz in Namibia, Valparaíso in Chile und Singapur. Im Fokus stehen Migration, wirtschaftlicher Strukturwandel, koloniales Erbe, gesellschaftliche Zugehörigkeit und Möglichkeiten politischer Mitwirkung.

Grundlage ist das Konzept der „Functioning Citizenship“. Es betrachtet nicht nur die formale Staatsbürgerschaft. Untersucht wird vielmehr, ob Menschen ihre Rechte tatsächlich nutzen, sich in die Gesellschaft einbringen und Zugehörigkeit erfahren können. Dabei geht es auch um Teilhabe in Vereinen, Gewerkschaften, Kulturinstitutionen und Nachbarschaften.

Archive und Feldforschung

Das Team verbindet historische Forschung mit ethnografischer Feldarbeit, künstlerischen Beteiligungsformaten und vergleichenden politischen Analysen. Geplant sind Recherchen in Archiven, Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Workshops mit lokalen Gemeinschaften. Auch aktuelle politische Entwicklungen sollen ausgewertet werden.

Aus den Ergebnissen will das Projekt Empfehlungen für Politik, Bildung und Zivilgesellschaft entwickeln. Museen sollen Anregungen für gemeinsam mit der Bevölkerung gestaltete Ausstellungen erhalten. Für Schulen sind Impulse zur Demokratiebildung vorgesehen. Kommunen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen sollen Erkenntnisse für Beteiligungsangebote bekommen. Der Projektantrag wurde von Mudassar Munir koordiniert und verfasst, der seit September 2026 im Projekt mitarbeitet.

Orte

Bremerhaven

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