Weyhe erinnert mit Lesung an die letzten Kriegstage 1945
Holger Wittschen liest am Volkstrauertag im Weyher Rathaus aus einer Erzählung über den Einmarsch britischer Truppen im April 1945.
Mit einer Lesung über die letzten Kriegstage in Weyhe begeht die Gemeinde am Sonntag, 15. November 2026, den Volkstrauertag. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Der Weyher Autor und Kulturschaffende Holger Wittschen trägt seine Geschichte „Die letzten Tage der Unmenschlichkeit“ vor. Sie handelt vom 8. und 9. April 1945, als britische Soldaten in Lahausen und Kirchweyhe einrückten.
Tagebuch als Grundlage
Als historische Quelle diente Wittschen das Tagebuch seiner Tante Lisa Wittschen. Sie war damals 14 Jahre alt und hielt ihre Erlebnisse während des Einmarsches fest. Der Autor entwickelte daraus eine fiktive Erzählung, in die er Passagen aus ihren Aufzeichnungen einarbeitete.
Diese Originalauszüge liest Nina Hurdalek, eine Enkelin von Lisa Wittschen. Musikalisch begleitet wird der Abend von Pianist Mathias Scharf. Er bildet gemeinsam mit Wittschen den Weyher LiteraturJazzClub.
Erinnerungen aus Weyhe
Für seine Recherchen wandte sich Wittschen zunächst an den Weyher Gemeindearchivar Wilfried Meyer. Dieser vermittelte ihm den damals 94 Jahre alten Zeitzeugen Hermann Ahrens, dessen Erinnerungen ebenfalls in die Arbeit an der Geschichte einflossen.
Der Text thematisiert neben dem Kriegsende auch die langfristigen seelischen Folgen von Gewalt. Wittschen beschreibt, wie Kriegserfahrungen Menschen und nachfolgende Generationen prägen können.
„Die letzten Tage der Unmenschlichkeit“ erschien im Oktober 2026 zudem in der Anthologie „Meuchelmord und Mäusebutter“ des Bremer Kellner-Verlags. Der Band umfasst Kurzkrimis von 21 Autorinnen und Autoren, die reale historische Bezüge zu Bremen und dessen Umland aufgreifen.
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