Wattenmeer-Länder planen Ranger-Einsätze auf See

Ranger sollen Bootsbesatzungen künftig direkt im Wattenmeer über den Naturschutz informieren. Fischereikontrollen seien nicht geplant. Ein Verband kritisiert fehlende Einbindung.

Panorama 27. September 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Nationalpark Wattenmeer (Archivfoto)
Nationalpark Wattenmeer (Archivfoto) | Foto: Stephan Sprinz & some minor additional editing by Cart / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Rangerinnen und Ranger könnten künftig auch auf dem Meer im Nationalpark Wattenmeer eingesetzt werden. Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg wollen dafür ein gemeinsames Konzept entwickeln. Bislang arbeiten die Fachkräfte vor allem an der Küste und auf den Inseln.

Für die Ausarbeitung haben die drei Länder einen Förderantrag bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück gestellt. Ob die Stiftung das Vorhaben unterstützt, soll im Herbst 2026 entschieden werden. Vorgesehen ist, dass die Ranger mit Schiffen in den Schutzgebieten unterwegs sind.

Information für Bootsbesatzungen

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) unterstützt die Pläne. Auf See seien zahlreiche Freizeitboote unterwegs, deren Besatzungen bislang nicht unmittelbar erreicht würden. Die Ranger könnten unter anderem erklären, welche Abstände bei der Beobachtung von Seehunden und Kegelrobben einzuhalten sind.

Eine Ausweitung fischereirechtlicher Kontrollen sei mit dem Vorhaben nicht beabsichtigt, betonte Meyer. Stattdessen sollen Fischerinnen und Fischer nach Möglichkeit einbezogen werden. Das Konzept soll prüfen, wie interessierte Krabbenfischer als qualifizierte Partner für Naturerkundungen, Seehundfahrten oder Wattwanderungen unterstützt werden können. Auch eine Beteiligung von Fischern an der Ausbildung der Ranger hält der Minister für denkbar.

Fischereiverband fordert Aufklärung

Der Landesfischereiverband Weser-Ems kritisiert dagegen, dass die Branche bisher nicht über die Pläne informiert worden sei. Nach Angaben des Verbands war das Vorhaben auch im inzwischen beendeten Fischereidialog des Landes Niedersachsen kein Thema.

Verbandschef Dirk Sander forderte die Landesregierung auf, ihre Absichten für das Küstenmeer umfassend offenzulegen. Der Verband sehe Offenheit und Vertrauen als Voraussetzung für den weiteren Austausch und fühle sich bei diesem Vorhaben übergangen.

Originalquelle

Nordsee-Zeitung

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