Von einer Besuchsstunde zur familiennahen Kinderklinik

Zum 175-jährigen Bestehen des Klinikums Bremen-Mitte zeigt ein Rückblick, wie Medizin und Familienorientierung die Kinderklinik verändert haben.

Panorama 09. Oktober 2026, 00:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Klinikum Bremen-Mitte (Archivfoto)
Klinikum Bremen-Mitte (Archivfoto) | Foto: Bin im Garten / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Eine Stunde pro Woche: So lange durften Eltern in den 1960er-Jahren ihr krankes Kind im Krankenhaus besuchen. Das galt auch, wenn Kinder wegen Diphtherie oder Keuchhusten über Wochen stationär behandelt wurden. Heute gehören Eltern, Geschwister und Freunde selbstverständlich zum Klinikalltag.

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Klinikums Bremen-Mitte zeichnet Melchior Lauten, Chefarzt der Kinderkliniken am Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess, diesen Wandel nach. Früher sollten strenge Besuchsregeln verhindern, dass weitere Krankheitserreger auf die Stationen gelangten. Viele Infektionen waren damals kaum behandelbar. Schutzimpfungen sowie wirksamere und besser verfügbare Antibiotika veränderten die Lage ab den 1950er-Jahren.

Familien werden einbezogen

Inzwischen gilt die Nähe von Angehörigen als wichtiger Teil der Behandlung. Im Eltern-Kind-Zentrum gibt es unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern, Spielzimmer, Unterricht, psychotherapeutische Begleitung, Therapieangebote, Klinikclowns und eine Puppenvisite. Psychische und soziale Belastungen werden bei Diagnose und Therapie berücksichtigt.

Zugleich verbringen viele junge Patientinnen und Patienten weniger Zeit auf Station. Spezialambulanzen und zwei Tageskliniken ermöglichen ambulante oder teilstationäre Behandlungen. Schwerstkranke Kinder können durch einen spezialisierten ambulanten Palliativdienst zu Hause versorgt werden.

Fortschritte bei Krebs

Auch die Heilungschancen haben sich deutlich verbessert. In den 1950er-Jahren überlebte laut Lauten nur etwa jedes vierte an Krebs erkrankte Kind. Heute kann ungefähr drei von vier Kindern geholfen werden. Mit den besseren Aussichten wächst jedoch der Bedarf an langfristiger Nachsorge. Folgen der Therapie an Herz, Nieren oder Schilddrüse können erst Jahre später auftreten.

Probleme sieht Lauten beim Übergang in die Erwachsenenmedizin, weil passende Strukturen nicht flächendeckend vorhanden seien. In anderen Fällen beginnt die Betreuung bereits vor der Geburt: Werden Fehlbildungen im Mutterleib erkannt, plant ein Team des Eltern-Kind-Zentrums gemeinsam mit den werdenden Eltern die weitere Behandlung.

Orte

Mitte

Teilen

Kommentare

Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.

Den ersten Kommentar schreiben

Mit dem Absenden werden Name, Kommentar und Zeitpunkt öffentlich angezeigt. E-Mail-Adresse und IP-Adresse bleiben intern; die IP-Adresse wird nach 30 Tagen gelöscht.

Verwandte Artikel

Impressum · Datenschutz