Verfassungsschutz warnt in Bremen vor Anwerbung als „Wegwerf-Agent“
Digitale Werbetafeln in Bremen und Bremerhaven sollen zwei Wochen lang vor Aufträgen unbekannter Akteure in sozialen Netzwerken warnen.
Der Bremer Verfassungsschutz startet am Donnerstag, 6. August, eine zweiwöchige Warnkampagne gegen die Anwerbung sogenannter Wegwerf-Agenten. Auf digitalen Werbetafeln in Bremen und Bremerhaven wird vor vermeintlich lukrativen Angeboten unbekannter Auftraggeber gewarnt. An der Aktion beteiligt ist das Außenwerbeunternehmen Ströer.
Mit dem Begriff Wegwerf-Agenten bezeichnet der Verfassungsschutz Menschen, die über soziale Netzwerke oder Messenger für verdeckte Aufträge gewonnen werden. Sie sollen gegen Bezahlung etwa Informationen beschaffen, Schäden verursachen oder Sabotage begehen. Wer hinter den Aufträgen steht, bleibe den angeworbenen Personen häufig verborgen.
Warnung vor schnellen Angeboten
Innensenatorin Eva Högl erklärte, Angebote für schnelles Geld könnten für Betroffene weitreichende Folgen haben. Fremde Geheimdienste seien auch in Bremen aktiv und nutzten Menschen aus. Wer im Netz von Unbekannten zu fragwürdigen Aktionen aufgefordert werde, solle den Verfassungsschutz oder die Polizei informieren.
Nach Angaben der Behörde haben sich hybride Aktivitäten Russlands gegen Nato- und EU-Staaten seit dem Angriff auf die Ukraine verstärkt. Dazu zählen neben Spionage und Sabotage auch Desinformation, Cyberangriffe und verdeckte Einflussnahme.
Kritische Infrastruktur im Blick
Der Verfassungsschutz verweist auf die Bedeutung Bremens und Bremerhavens als mögliche Ziele. Genannt werden insbesondere die Häfen in Bremerhaven, die für die Nato eine wichtige Rolle spielen, sowie die Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie in beiden Städten. Dadurch bestehe ein erhöhtes Risiko für Spionage und Sabotageversuche.
Menschen, die solche Aufträge ausführen, riskieren nach Darstellung der Behörde strafrechtliche Folgen und bei Angriffen auf Energieanlagen auch schwere Verletzungen. Die Kampagne soll deshalb für die Methoden fremder Nachrichtendienste sensibilisieren.
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Senatspressestelle BremenKommentare
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