Umfrage: Viele wollen reanimieren, doch oft fehlt die Sicherheit
64 Prozent würden bei einem Herzstillstand sofort reanimieren. Eine telefonische Anleitung könnte die Bereitschaft laut einer Umfrage deutlich erhöhen.
Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Viele fürchten jedoch, der betroffenen Person durch Fehler zusätzlich zu schaden. Das zeigt der repräsentative „Monitor Reanimation“ der ADAC Stiftung.
Mit einer telefonischen Anleitung durch die Rettungsleitstelle steigt die erklärte Bereitschaft zur Reanimation laut Umfrage von 64 auf 83 Prozent. Eine solche Unterstützung wird in Deutschland wegen unterschiedlicher gesetzlicher Vorgaben bislang nicht flächendeckend angeboten.
Entscheidende erste Minuten
Jährlich erleiden in Deutschland rund 130.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Bis professionelle Hilfe eintrifft, sind häufig Angehörige, Freunde oder Nachbarn vor Ort. Ohne Sauerstoffversorgung können bereits nach drei bis fünf Minuten bleibende Schäden im Gehirn entstehen. Rettungskräfte beginnen der Mitteilung zufolge im Durchschnitt nach sieben Minuten mit der Reanimation, in ländlichen Gebieten teils später.
Interesse an einer Auffrischung der Kenntnisse ist vorhanden: 44 Prozent der Befragten wollen einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Drei Viertel dieser Gruppe planen das spätestens im kommenden Jahr. Einen verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht ab Klasse 7 unterstützen 82 Prozent. Niedersachsen gehört zu sechs Bundesländern, die das Thema bereits verbindlich in den Lehrplan der Sekundarstufe I aufgenommen haben.
Ältere selten geschult
Besonders große Wissenslücken zeigt die Befragung bei Menschen über 60 Jahren. Nur 27 Prozent dieser Altersgruppe absolvierten in den vergangenen zehn Jahren ein Reanimationstraining. Weniger als zehn Prozent nahmen innerhalb der vergangenen zwei Jahre teil. Lediglich 23 Prozent wissen nach eigener Einschätzung, wann eine Wiederbelebung notwendig ist.
App-basierte Ersthelfer-Netzwerke könnten die Wartezeit verkürzen. Nach Angaben der Betreiber erreichen alarmierte Helfer den Notfallort durchschnittlich nach vier Minuten. Bekannt ist das Konzept weniger als jedem fünften Befragten. Bundesweit sind rund 185.000 Menschen in solchen Systemen registriert.
Die Ergebnisse wurden anlässlich der Woche der Wiederbelebung veröffentlicht. Die Aktionswoche findet vom 21. bis 27. September statt.
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