Studie untersucht Gestapo-Netzwerke in Bremen
Eine Untersuchung von Anna Leinen beleuchtet, wie die Gestapo in Bremen Personal und Informanten aus der Gesellschaft gewann.
Die Gestapo in Bremen stützte sich nach einer neuen Untersuchung nicht allein auf hauptamtliche Kräfte. Personal und Personen, die Informationen weitergaben, kamen demnach aus der Mitte der Gesellschaft. Die Historikerin Anna Leinen hat die Arbeitsweise der nationalsozialistischen Geheimen Staatspolizei in Bremen erforscht.
Im Mittelpunkt steht auch die Bereitschaft zur Denunziation. Damit ist gemeint, dass Menschen andere bei Behörden anzeigten oder belastende Hinweise über sie weitergaben. Nach der Studie war diese Bereitschaft in Bremen generell groß.
Hinweise aus der Bevölkerung
Die Untersuchung lenkt den Blick damit auf das Zusammenspiel zwischen staatlicher Repressionsbehörde und Teilen der Bevölkerung. Die Gestapo war im Nationalsozialismus ein zentrales Instrument zur Verfolgung politischer Gegnerinnen und Gegner sowie weiterer von der Diktatur verfolgter Gruppen.
Leinens Forschung befasst sich nach den vorliegenden Angaben insbesondere damit, wie die Behörde in Bremen funktionierte und auf welche gesellschaftlichen Verbindungen sie zurückgreifen konnte. Nähere Angaben zu Zeitraum, Quellenmaterial oder einzelnen Fällen enthält die vorliegende Meldung nicht.
Rolle der Gesellschaft
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Arbeit der Gestapo nicht nur durch ihre eigenen Beschäftigten geprägt war. Hinweise und Mitwirkung aus dem Umfeld konnten ihre Verfolgungsarbeit offenbar unterstützen. Die Studie rückt damit lokale Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft in den Fokus.
Originalquelle
taz.deKommentare
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