Space Tech Expo verlässt Bremen: M3B erwartet sechsstelligen Ausfall
Die Space Tech Expo Europe zieht 2027 nach Frankfurt. Für die Bremer Messegesellschaft M3B bedeutet das zusätzliche finanzielle Belastungen und die Suche nach Ersatzformaten.
Die Space Tech Expo Europe findet in diesem Herbst zum letzten Mal in Bremen statt. Ab 2027 zieht die Fachmesse für Raumfahrt nach Frankfurt. Nach Angaben des Wirtschaftsressorts waren die Hallenkapazitäten auf der Bürgerweide für die wachsende Veranstaltung nicht mehr ausreichend.
Die Messegesellschaft M3B und das Ressort hatten demnach rund zwei Jahre lang nach Lösungen gesucht. Diskutiert wurden ein anderer Termin, die Nutzung der ÖVB-Arena, mobile Hallen und eine dichtere Belegung des Geländes. Eine weitere Verdichtung sei umgesetzt worden, Zeltlösungen habe der Veranstalter jedoch abgelehnt.
Kapazitäten reichen nicht aus
Ein Hallenneubau kam laut Ressort ebenfalls nicht infrage. Die Freiflächen auf der Bürgerweide werden für den Freimarkt benötigt. Außerdem wäre eine zusätzliche Halle nicht rechtzeitig bis 2027 fertig geworden. Mit rund 40.000 Quadratmetern Hallenfläche hätte Bremen auch dann deutlich unter den Kapazitäten der Messe Frankfurt mit 400.000 Quadratmetern gelegen.
Für die M3B fällt der Abgang in einer angespannten Finanzlage ins Gewicht. Die kommunale Messegesellschaft erzielte 2025 bei 32,8 Millionen Euro Umsatz einen Verlust von 1,7 Millionen Euro. Der Senat beziffert das strukturelle Defizit auf etwa zwei Millionen Euro jährlich. Durch den Wegfall der Space Tech Expo rechnen M3B und Wirtschaftsressort mit einem Ergebnisausfall im mittleren sechsstelligen Bereich. Der zusätzliche Zuschussbedarf der Stadt könnte nach Einschätzung des Wirtschaftsstaatsrats darüber hinaus höher ausfallen.
Suche nach neuen Formaten
Der für November 2027 reservierte Termin und die Flächen sind nun für neue Veranstaltungen freigegeben. M3B prüft Gastmessen, Kongresse und andere Formate. Eine konkrete Nachnutzung gibt es noch nicht. Geschäftsführer Felix Böhme erwartet keine vollständige wirtschaftliche Kompensation bereits im Jahr 2027.
Auch Hotels und Gastronomie dürften den Weggang spüren. Der Dehoga verweist auf zusätzliche Umsätze und eine höhere Auslastung im sonst ruhigen November. Der Verband fordert eine transparente Aufarbeitung und eine Strategie für die Zukunft des Messegeländes.
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