Schüler führen zu 48 NS-Erinnerungsorten in Bremerhaven
170 Oberstufenschüler stellen am 17. September an 48 Stationen die NS-Geschichte Bremerhavens vor. Auch Bürger können die Präsentationen besuchen.
170 Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler präsentieren am Donnerstag, 17. September, an 48 Orten in Bremerhaven Forschungsergebnisse zur Zeit des Nationalsozialismus. Der zwölfte Tag der Stadtgeschichte läuft von 10 bis 13 Uhr. Auch die Öffentlichkeit kann die Stationen im Stadtgebiet besuchen.
Rund 1500 Zehntklässler aller Bremerhavener Schulen nehmen an dem Projekttag teil. Die Jugendlichen vom Schulzentrum Geschwister Scholl übernehmen die Führungen und erläutern historische Orte, einzelne Lebensgeschichten und Ereignisse aus der Stadt während der NS-Diktatur.
Erinnerungsorte im Stadtgebiet
Zu den Stationen zählen der Gedenkstein für die frühere Synagoge in der Schulstraße, ein Stolperstein in der Spadener Straße und das Busse-Denkmal an der Alten Geestebrücke. Viele weitere Orte, auf die sich die Beiträge beziehen, sind im heutigen Stadtbild nicht mehr vorhanden.
In vier Vorbereitungstagen arbeiteten die Schüler in kleinen Gruppen mit Literatur und historischen Quellen. Außerdem tauschten sie sich mit Themenpatinnen und Themenpaten aus und entwickelten eigene Präsentationen. Die Hochschule Bremerhaven stellte Räume für die Vorbereitung bereit. Erstmals dokumentierte ein von der Landeszentrale für politische Bildung begleitetes Social-Media-Team die Arbeit und produzierte kurze Videos.
Diktatur und ihre Folgen
Die Beiträge behandeln die Ausschaltung der Demokratie ab 1933 und die Folgen der NS-Herrschaft vor Ort. Thematisiert werden die Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen, die Deportation von Sinti-Familien, Repressionen gegen politische Gegner, Medizinverbrechen und Zwangsarbeit. Auch die Zerstörung großer Teile der Bremerhavener Innenstadt durch alliierte Bomben am 18. September 1944 wird eingeordnet.
Den Tag der Stadtgeschichte gibt es seit 2015. Schulen der Stadt erforschen dabei im Wechsel historische Biografien und Orte. Eine digitale Karte des Deutschen Schifffahrtsmuseums verzeichnet die 48 Präsentationsstationen.
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