Panorama

Plattdeutsche Bibliothek im Schnoor muss Bestand verkleinern

Die Bibliothek des Instituts für niederdeutsche Sprache verwahrt rund 46.000 Medien. Wegen finanzieller Engpässe sollen drei Gebäude verkauft und Teile des Bestands abgegeben werden.

17. August 2026, 05:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Die Bibliothek des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) im Bremer Schnoor steht vor einer Verkleinerung. Der Verein will drei seiner vier historischen Gebäude verkaufen, um die weitere Arbeit des Instituts sowie die Sanierung des verbleibenden Hauses zu finanzieren. Damit muss auch die Bibliothek weniger Fläche nutzen.

Rund 46.000 Medien in niederdeutscher Sprache und über Niederdeutsch gehören derzeit zum Bestand. Dazu zählen Bücher, Zeitschriften, wissenschaftliche Arbeiten, Theater- und Hörspielmanuskripte sowie CDs, DVDs, Tonträger und Schallplatten. Das älteste Werk stammt aus dem Jahr 1851.

Bestand soll erhalten bleiben

Bibliotheksleiterin Nele Otten bereitet sich darauf vor, Teile der Sammlung abzugeben. Bücher wegzuwerfen komme für sie nicht infrage. Stattdessen stellt sie Kisten mit auszusondernden Exemplaren zum Mitnehmen vor die Tür. Wie stark der Bestand am Ende sinkt, ist noch offen.

Das INS sammelt Veröffentlichungen auf Plattdeutsch und über die Sprache, einschließlich unterschiedlicher regionaler Varianten. Auch Literatur in Plautdietsch gehört dazu, einer vor allem unter Nachfahren deutscher Auswanderer im Ausland verbreiteten Varietät des Niederdeutschen. Die Sammlung wird nach Angaben des Instituts von Forschenden, Studierenden, Schulklassen und weiteren Interessierten genutzt.

Recherche vor Ort

Der Katalog ist online einsehbar. Die Nutzung der Bibliothek ist kostenlos, Medien werden jedoch nicht verliehen. Otten ist die einzige Angestellte des Instituts; die übrige Arbeit des Vereins wird ehrenamtlich getragen. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden erhält das INS Projektförderung vom Bund.

Das Institut versteht sich als Ansprechpartner für Fragen zur Regionalsprache in den norddeutschen Bundesländern. Ob die Bremer Sammlung nach der Neuordnung weiterhin die größte Bibliothek für Plattdeutsch bleibt, hängt nach Einschätzung Ottens vom Umfang der Reduzierung ab.

Schauplatz

Schnoor, Bremen

Originalquelle

mz.de (recherchiert)

Teilen

Kommentare

Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.

Den ersten Kommentar schreiben

Mit dem Absenden werden Name, Kommentar und Zeitpunkt öffentlich angezeigt. E-Mail-Adresse und IP-Adresse bleiben intern; die IP-Adresse wird nach 30 Tagen gelöscht.

Verwandte Artikel