Oscar-Doku über Russlands Schulen kommt ins Oldenburger Cine K
„Ein Nobody gegen Putin“ läuft am 5. Oktober im Cine K. Co-Regisseur Pavel Talankin und Journalist Artur Weigandt begleiten den Abend.
Das Oldenburger Cine K zeigt am Montag, 5. Oktober 2026, die oscarprämierte Dokumentation „Ein Nobody gegen Putin“. Co-Regisseur und Protagonist Pavel Talankin stellt den Film gemeinsam mit dem Journalisten Artur Weigandt vor. Die Veranstaltung in der Bahnhofstraße beginnt um 20 Uhr.
Der Film dokumentiert, wie sich der Alltag an einer russischen Schule nach dem Beginn des umfassenden Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 verändert. Talankin arbeitete damals als Lehrer in seiner Heimatstadt Karabasch am Ural.
Propaganda im Unterricht
Im Mittelpunkt steht die Einführung einer neuen staatlichen Bildungspolitik. Inhalte zur von Russland so bezeichneten „militärischen Spezialoperation“ fließen in den Unterricht ein. Schülerinnen und Schüler müssen patriotische Lieder und Gedichte lernen sowie morgens bei einem Fahnenappell die Nationalhymne singen.
Talankin erhält den Auftrag, die Umsetzung mit der Kamera festzuhalten. Seine Aufnahmen sollen gegenüber dem russischen Bildungsministerium belegen, dass die Schule die Vorgaben erfüllt. Zugleich dokumentiert das Material, wie schnell der Staat Unterrichtsinhalte verändert und Kinder und Jugendliche politisch beeinflusst.
Material außer Landes gebracht
Angesichts seiner Rolle in dem System gerät Talankin zunehmend in einen Gewissenskonflikt. Schließlich bringt er die Videos aus Russland heraus und flieht selbst aus dem Land. Das über zwei Jahre entstandene Material bildet die Grundlage des Dokumentarfilms, der 2026 den Oscar als bester Dokumentarfilm erhielt.
Veranstaltet wird der Kinoabend vom städtischen Kulturbüro und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Eintrittskarten sind über das Cine K erhältlich.
Gespräch mit Schulklassen
Am Dienstag, 6. Oktober, folgt im Herbartgymnasium eine weitere Vorführung mit Talankin und Weigandt. Anschließend können Oldenburger Schülerinnen und Schüler mit den Gästen über politische Bevormundung und Indoktrination diskutieren. Dieser Termin ist nicht öffentlich.
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