Panorama

Nutrias setzen Deiche und Felder im Kreis Osterholz unter Druck

Die invasive Nagetierart breitet sich im Landkreis Osterholz aus. Jäger meldeten zuletzt deutlich mehr erlegte Tiere – ihre Baue können Deiche und Böschungen schwächen.

03. August 2026, 18:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Landkreis Osterholz (Logo)
Landkreis Osterholz (Logo) | Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Nutrias breiten sich im Landkreis Osterholz weiter aus und können nach Einschätzung des Kreisjägermeisters Heiko Ehling Deiche, Gewässerböschungen und landwirtschaftliche Flächen gefährden. In der vergangenen Jagdsaison wurden demnach 3503 erlegte Tiere gemeldet. Das waren rund 1200 mehr als im Vorjahr.

Die aus Südamerika stammenden Nagetiere sind an der Hamme, auf Harriersand sowie an Bächen und Teichen inzwischen regelmäßig zu beobachten. In Niedersachsen kommen sie seit 1949 vor.

Baue schwächen Böschungen

Nutrias graben weit verzweigte unterirdische Baue. Dadurch könnten Deiche und Böschungen instabil werden, sagte Ehling. Im schlimmsten Fall könnten sie einbrechen. Das erhöht nicht nur den Aufwand für Reparaturen, sondern kann auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge gefährlich werden, wenn diese auf geschwächten Uferbereichen unterwegs sind.

Auch für die Landwirtschaft können die überwiegend pflanzenfressenden Tiere Folgen haben. Entlang von Gewässern seien Ernteschäden möglich. Weil Nutrias vor allem nachts aktiv sind und ihre Gangsysteme unterirdisch verlaufen, seien sie schwer zu kontrollieren.

Bestand soll sinken

Die Tiere können sich ganzjährig fortpflanzen. Bis zu drei Würfe mit jeweils sechs bis acht Jungtieren seien möglich. Deshalb gilt für Nutrias keine eingeschränkte Jagdzeit. Ziel sei es, den Bestand zu senken; eine vollständige Ausrottung gelte jedoch als unrealistisch.

Ehling führt die zunehmende Population auch auf mildere Winter zurück. Bei zugefrorenen Gewässern überlebten Nutrias schlechter. Für die Bejagung seien Kenntnisse über die Laufwege der Tiere und den Einsatz von Lebendfallen nötig. Im vergangenen Winter gab es dazu bereits einen Workshop.

Vorsicht mit Haustieren

Menschen sollten Nutrias nicht unterschätzen. Die Tiere werden laut Ehling 40 bis 60 Zentimeter groß und können bis zu 14 Kilogramm wiegen. Bekannte Bissverletzungen bei Menschen gebe es zwar nicht, für kleinere Hunde könnten Begegnungen aber gefährlich werden.

Schauplatz

Harriersand

Originalquelle

Weser Report Umland

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