Nutrias setzen Deiche und Felder im Kreis Osterholz unter Druck
Die invasive Nagetierart breitet sich im Landkreis Osterholz aus. Jäger meldeten zuletzt deutlich mehr erlegte Tiere – ihre Baue können Deiche und Böschungen schwächen.
Nutrias breiten sich im Landkreis Osterholz weiter aus und können nach Einschätzung des Kreisjägermeisters Heiko Ehling Deiche, Gewässerböschungen und landwirtschaftliche Flächen gefährden. In der vergangenen Jagdsaison wurden demnach 3503 erlegte Tiere gemeldet. Das waren rund 1200 mehr als im Vorjahr.
Die aus Südamerika stammenden Nagetiere sind an der Hamme, auf Harriersand sowie an Bächen und Teichen inzwischen regelmäßig zu beobachten. In Niedersachsen kommen sie seit 1949 vor.
Baue schwächen Böschungen
Nutrias graben weit verzweigte unterirdische Baue. Dadurch könnten Deiche und Böschungen instabil werden, sagte Ehling. Im schlimmsten Fall könnten sie einbrechen. Das erhöht nicht nur den Aufwand für Reparaturen, sondern kann auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge gefährlich werden, wenn diese auf geschwächten Uferbereichen unterwegs sind.
Auch für die Landwirtschaft können die überwiegend pflanzenfressenden Tiere Folgen haben. Entlang von Gewässern seien Ernteschäden möglich. Weil Nutrias vor allem nachts aktiv sind und ihre Gangsysteme unterirdisch verlaufen, seien sie schwer zu kontrollieren.
Bestand soll sinken
Die Tiere können sich ganzjährig fortpflanzen. Bis zu drei Würfe mit jeweils sechs bis acht Jungtieren seien möglich. Deshalb gilt für Nutrias keine eingeschränkte Jagdzeit. Ziel sei es, den Bestand zu senken; eine vollständige Ausrottung gelte jedoch als unrealistisch.
Ehling führt die zunehmende Population auch auf mildere Winter zurück. Bei zugefrorenen Gewässern überlebten Nutrias schlechter. Für die Bejagung seien Kenntnisse über die Laufwege der Tiere und den Einsatz von Lebendfallen nötig. Im vergangenen Winter gab es dazu bereits einen Workshop.
Vorsicht mit Haustieren
Menschen sollten Nutrias nicht unterschätzen. Die Tiere werden laut Ehling 40 bis 60 Zentimeter groß und können bis zu 14 Kilogramm wiegen. Bekannte Bissverletzungen bei Menschen gebe es zwar nicht, für kleinere Hunde könnten Begegnungen aber gefährlich werden.
Schauplatz
Originalquelle
Weser Report UmlandKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.