Neue Anlage macht aus 40.000 Tonnen Biomüll Gas und Kompost
In Pennigbüttel entsteht eine gemeinsame Bioabfallvergärungsanlage für vier Kommunen. Sie soll Biomethan ins Gasnetz einspeisen und jährlich 18.000 Tonnen Kompost erzeugen.
Der Bau der neuen Bioabfallvergärungsanlage im Entsorgungszentrum Pennigbüttel hat mit dem Richtfest einen weiteren wichtigen Abschnitt erreicht. Künftig sollen dort jährlich rund 40.000 Tonnen Bioabfall aus den Landkreisen Osterholz, Verden und Cuxhaven sowie der Stadt Cuxhaven verarbeitet werden.
Trägerin des Projekts ist die Kommunale Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN). Die vier beteiligten Kommunen gründeten sie 2020 und vertreten zusammen etwa 457.000 Einwohner. Die ersten Planungen für eine Weiterentwicklung der Bioabfallbehandlung in Pennigbüttel reichen bis 2017 zurück. Der erste Spatenstich erfolgte rund anderthalb Jahre vor dem Richtfest.
Biomethan fürs Gasnetz
In der Anlage wird der angelieferte Biomüll zunächst aufbereitet und danach unter kontrollierten Bedingungen vergoren. Dabei sollen pro Jahr etwa 2,6 Millionen Kubikmeter Rohbiogas entstehen. Nach der Aufbereitung bleiben voraussichtlich 1,3 bis 1,4 Millionen Kubikmeter Biomethan. Das entspricht einer Energiemenge von ungefähr 14 bis 15 Millionen Kilowattstunden und soll in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden.
Auch die festen Rückstände werden weiterverarbeitet. Erwartet werden jährlich rund 18.000 Tonnen fertiger Biokompost.
CO₂, Wärme und Solarstrom
Bei der Gasaufbereitung fallen nach den Planungen außerdem etwa 2.400 Tonnen biogenes Kohlendioxid pro Jahr an. Die KENN prüft, ob es verflüssigt und beispielsweise industriell oder zur Produktion von Trockeneis genutzt werden kann.
Zur Energieversorgung des Standorts sind Photovoltaikanlagen vorgesehen. Das geschätzte Potenzial liegt bei bis zu neun Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der Strombedarf der KENN und der am Standort ansässigen Abfall-Service Osterholz wird mit insgesamt rund 4,5 Millionen Kilowattstunden jährlich angegeben. Zusätzlich werden Batteriespeicher untersucht.
Wärme aus der Kompostierung soll über Wärmetauscher und eine industrielle Wärmepumpe erneut in den Prozess einfließen. Geprüft wird zudem, ob überschüssige Wärme an benachbarte Gewerbebetriebe abgegeben werden kann.
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Landkreis VerdenKommentare
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