MSC lotet Übernahme der Staatsanteile an Meyer Werft aus

Die Schweizer Reederei MSC spricht laut einem Medienbericht über einen Einstieg bei der Meyer Werft. Zur Debatte stehen die Anteile von Bund und Niedersachsen.

Panorama 21. September 2026, 09:04 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Meyer Werft (Archivfoto)
Meyer Werft (Archivfoto) | Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0

Die Schweizer Großreederei MSC erwägt offenbar einen Einstieg bei der Meyer Werft in Papenburg. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg führt das Unternehmen vorläufige Gespräche mit dem Bund und dem Land Niedersachsen. Dabei geht es um deren gemeinsame Beteiligung von rund 80 Prozent. Ein Vertrag oder eine bestätigte Einigung liegt bislang nicht vor.

Bund und Land hatten die finanziell angeschlagene Werft 2024 gestützt und jeweils 40 Prozent der Anteile übernommen. Die Familie Meyer hält seitdem noch rund 20 Prozent. Ein vollständiger Erwerb des staatlichen Pakets würde MSC damit zum Mehrheitseigentümer machen.

Großauftrag in Vorbereitung

MSC zählt bereits zu den wichtigen Kunden der Papenburger Werft. Im Dezember 2025 unterzeichnete die Kreuzfahrtreederei eine milliardenschwere Absichtserklärung für vier neue Schiffe sowie zwei weitere Optionen. Die Auslieferungen sind für den Zeitraum von 2030 bis 2035 vorgesehen. Die Umwandlung in eine verbindliche Bestellung steht dem Bericht zufolge noch aus.

Mit einer Beteiligung könnte sich MSC langfristig Kapazitäten für den Bau eigener Kreuzfahrtschiffe sichern. Zugleich ist offen, wie andere Auftraggeber auf einen Mehrheitseigentümer aus der Kreuzfahrtbranche reagieren würden. Zu den bisherigen Kunden der Meyer Werft gehören unter anderem Disney Cruise Line und die Carnival Corporation.

Kein Zeitplan bekannt

Ein Verkauf der staatlichen Beteiligungen war grundsätzlich als spätere Möglichkeit vorgesehen, sobald die Werft wieder wirtschaftlich stabil ist. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hatte zuletzt jedoch erklärt, dass kein Zeitdruck für einen Ausstieg bestehe. Werftchef André Walter bezeichnete die Sanierung als planmäßig.

Ob aus den Sondierungen konkrete Verhandlungen entstehen, bleibt offen. Ein Einstieg hätte erhebliche Bedeutung für die Auftragslage und die mehreren Tausend Beschäftigten am Standort Papenburg. Angaben zu einem möglichen Kaufpreis oder zu weiteren Bedingungen gibt es bislang nicht.

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