Messerangriff in Bremen: Vater und Sohn zu langer Haft verurteilt

Nach einem lebensgefährlichen Angriff auf ein Ehepaar hat das Landgericht Bremen Haftstrafen von 13 und elfeinhalb Jahren verhängt.

Panorama 14. Oktober 2026, 16:27 Uhr 2 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Landgericht Bremen (Archivfoto)
Landgericht Bremen (Archivfoto) | Foto: Jürgen Howaldt / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 de

Das Landgericht Bremen hat einen 40 Jahre alten Mann zu 13 Jahren und dessen 23-jährigen Sohn zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach sie unter anderem des versuchten Mordes und des versuchten Totschlags schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Überzeugung der Kammer drangen die beiden Männer im Juli 2025 bewaffnet in die Wohnung eines Ehepaars ein. Dort überraschten sie den schlafenden Mann, schlugen auf ihn ein und stachen mehrfach mit einem Messer auf seinen Oberkörper. Als seine Frau aus dem Bad kam, wurde auch sie angegriffen.

Ehepaar in Lebensgefahr

Beide Opfer erlitten zahlreiche Stichverletzungen und jeweils einen Lungenkollaps. Sie mussten notoperiert werden und schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Mindestens ein weiterer Mann kam während der Auseinandersetzung hinzu. Auch er sowie der jüngere Angeklagte wurden verletzt und medizinisch behandelt.

Dem Verfahren zufolge ging der Tat ein länger andauernder Konflikt im Bremer Rotlichtmilieu voraus. Die Anklage nahm an, das Ehepaar habe bestraft werden sollen, weil die Frau nicht für den 40-Jährigen als Prostituierte arbeiten wollte. Die genauen Hintergründe konnte das Gericht nach eigenen Angaben jedoch nicht klären.

Indizien statt klarer Aussagen

Das Verfahren hatte sich verzögert, weil sich Angeklagte, Opfer und Zeugen in Widersprüche verwickelten. Die Kammer stützte ihre Rekonstruktion deshalb unter anderem auf Chatverläufe und DNA-Spuren. Nach den Feststellungen waren Vater und Sohn in der Tatnacht zweimal am Wohnhaus des Paars erschienen.

Die Angeklagten behaupteten, in einen Hinterhalt geraten und aus Notwehr zugestochen zu haben. Das Gericht hielt diese Darstellung für unplausibel. Es ging zwar nicht davon aus, dass die Männer das Ehepaar gezielt töten wollten. Sie hätten den Tod der Opfer aber in Kauf genommen.

Hohe Entschädigungen

Zusätzlich zu den Haftstrafen sollen Vater und Sohn dem Mann mehr als 136.000 Euro und der Frau mehr als 102.000 Euro zahlen. Sie müssen nach dem Urteil außerdem für künftige Folgen des Angriffs sowie die Verfahrenskosten aufkommen. Die Verteidigung hatte Freisprüche gefordert.

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