Panorama

Lies fordert Zukunftsperspektive für VW-Werk Emden

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies drängt auf eine Einigung für das nicht ausgelastete Elektroauto-Werk in Emden.

31. August 2026, 19:10 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Olaf Lies (Archivfoto)
Olaf Lies (Archivfoto) | Foto: MW / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies setzt sich für eine langfristige Perspektive des VW-Werks in Emden ein. Nach Gesprächen vor Ort erklärte er, das Werk habe die 2024 vereinbarten Sparvorgaben erfüllt. Es gebe dort Kapazitäten für zusätzliche Elektroauto-Produktion.

Die Beschäftigten erwarten ein klares Bekenntnis des Konzerns. Nach ihrer Darstellung sieht eine Vereinbarung vor, dass Emden ab 2031 ein Nachfolgemodell des ID.4 fertigen soll, wenn das Werk bis zum Jahresende 20 Prozent seiner Kosten einspart.

Entscheidung weiter offen

VW-Chef Oliver Blume hatte eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts erst innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate in Aussicht gestellt. Der Konzern bewertet die Lage auch an den Standorten Zwickau und Hannover als schwierig. Emden produziert ausschließlich Elektroautos, ist nach Angaben von Lies aber derzeit nicht ausgelastet.

Lies will bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am Freitag auf eine Lösung im Interesse der Beschäftigten und der Region drängen. Finanzvorstand Arno Antlitz forderte am Montag weitere Kostensenkungen. Blume nahm an dem Termin nicht teil. Die IG Metall kündigte an, sich gegen den Sanierungskurs zur Wehr zu setzen; bei der Aufsichtsratssitzung könnte der Konflikt weiter eskalieren.

Streit über Arbeitszeit

Auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg besuchte am Montag Emden. Sie verlangte von Konzern, Beschäftigten und Politik eine tragfähige gemeinsame Lösung. Den Vorschlag des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden zu erhöhen, lehnten Lies und die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo ab. Lies verwies darauf, dass konkrete Tarifregelungen Sache der Tarifparteien seien.

VW hat nach Gewinneinbrüchen 2025 einen Sparkurs eingeleitet und plant nach eigenen Angaben, bis 2030 in Deutschland 50.000 Stellen abzubauen. Die Bundestagsfraktionen von Grünen und Linken beantragten deshalb eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses.

Teilen

Kommentare

Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.

Den ersten Kommentar schreiben

Mit dem Absenden werden Name, Kommentar und Zeitpunkt öffentlich angezeigt. E-Mail-Adresse und IP-Adresse bleiben intern; die IP-Adresse wird nach 30 Tagen gelöscht.

Verwandte Artikel