Kranichzug beginnt: Diepholzer Moore werden zum großen Rastplatz
Ab Ende September sammeln sich Kraniche in der Diepholzer Moorniederung. Die renaturierten Moore bieten ihnen Nahrung und geschützte Schlafplätze.
Mit dem Beginn des Herbstzugs rückt die Diepholzer Moorniederung erneut in den Mittelpunkt des Kranichzugs. Ab Ende September treffen dort heimische Brutpaare mit ihrem Nachwuchs, noch nicht brütende Tiere und erste Vögel aus nördlichen sowie nordöstlichen Brutgebieten ein.
Das Gebiet gehört zu den international bedeutenden Rastplätzen der Graukraniche. Es liegt auf dem westeuropäischen Zugweg zwischen Brutgebieten in Mitteleuropa und Skandinavien sowie Winterquartieren in Frankreich und Spanien. Einige Tiere bleiben in milden Wintern auch in Deutschland.
Moore bieten Schutz
Die renaturierten Hochmoore dienen den Kranichen abhängig vom Wasserstand als Schlafplätze. In flachen Gewässern können die Vögel stehend übernachten. Tagsüber suchen sie auf umliegenden landwirtschaftlichen Flächen nach Nahrung. Dazu gehören Mais und Getreide, aber auch Insekten, Würmer, Schnecken, Amphibien und Pflanzenteile.
Die Wiederherstellung der Moore und die Lenkung von Besucherströmen haben die Bedingungen für die Tiere verbessert. Seit 2001 brüten wieder Kraniche in der Diepholzer Moorniederung. Zuvor hatte der Verlust geeigneter Lebensräume den Bestand der standorttreuen Art gefährdet.
Herbst bringt mehr Vögel
Während des Herbstzugs halten sich deutlich mehr Kraniche in der Moorniederung auf als im Frühjahr. Auf dem Weg zurück in die Brutgebiete ziehen die Tiere meist zügiger und legen weniger Pausen ein. Im Herbst bleiben sie dagegen bei gutem Wetter und ausreichendem Futter mehrere Tage oder sogar Wochen.
Ein Graukranich wird etwa 1,30 Meter groß und erreicht eine Flügelspannweite von rund 2,45 Metern. Zwischen Brut- und Wintergebieten liegen mehr als 1.000 bis zu 3.000 Kilometer.
Einflug am Abend
Gut beobachten lässt sich der abendliche Einflug zu den Schlafplätzen von den Beobachtungstürmen im Rehdener Geestmoor und im Neustädter Moor. Seit dem Jahr 2000 werden die rastenden Bestände in der Diepholzer Moorniederung regelmäßig erfasst.
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bund-dhm.de (recherchiert)Kommentare
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