Invasive Pflanzen im Norden: Frühes Eingreifen entscheidet
Nadelkraut, Staudenknöterich und Riesen-Bärenklau können Lebensräume, Bauwerke und Menschen gefährden. Ihre Beseitigung ist oft langwierig.
Das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein warnt vor einer weiteren Ausbreitung des invasiven Nadelkrauts. Die aus Australien und Neuseeland stammende Wasserpflanze wächst selbst auf Sand und kann geschützte feuchte Dünentäler verdrängen. In kleinen Gewässern bildet sie dichte Bestände, die unter anderem Lebensräume von Amphibien beeinträchtigen.
Als invasiv gelten gebietsfremde Arten, wenn sie sich außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets dauerhaft vermehren und dabei Schäden verursachen. Mögliche Folgen reichen vom Verlust heimischer Arten über Schäden an Wegen und Terrassen bis zu Gesundheitsgefahren.
Wurzeln und Pflanzenteile
Zu den problematischen Arten zählen auch Staudenknöteriche. Sie können großflächige Bestände bilden und mit ihren tief reichenden Wurzeln bauliche Anlagen beschädigen. Selbst kleine abgetrennte Pflanzenteile können neue Bestände hervorbringen. Je nach Standort kommen Ausgraben, Abdecken, Beweidung oder wiederholtes Mähen infrage. Die Niedersächsischen Landesforsten erproben zudem eine Bekämpfung mit elektrischem Strom.
Die Vielblättrige Lupine verändert nährstoffarme Böden, weil sie diese mit zusätzlichen Nährstoffen anreichert. Dadurch geraten Pflanzen unter Druck, die auf solche kargen Standorte spezialisiert sind. Die Kartoffelrose kann wiederum geschützte Dünen und Trockenrasen an der Küste überwachsen.
Gefahr für die Haut
Beim Riesen-Bärenklau kommt eine gesundheitliche Gefahr hinzu. Bei der Entfernung ist deshalb geeigneter Schutz erforderlich. Kleinere Bestände lassen sich teilweise durch ganzjährige Beweidung kontrollieren. An Fließgewässern müssen größere Vorkommen meist von Hand bekämpft werden.
Welche Methode geeignet ist, hängt von Pflanzenart, Standort und Größe des Bestands ab. Auf Sylt werden Flächen nach der Rodung von Kartoffelrosen für zwei bis drei Jahre mit Geotextil bedeckt. So soll verhindert werden, dass verbliebene Wurzeln erneut austreiben.
Gärten als Ausgangspunkt
Fachleute raten Gartenbesitzern, invasive Arten nicht neu anzupflanzen und vorhandene Bestände sachgerecht zu entfernen. Entscheidend ist eine frühe Entdeckung: Haben sich großflächige Reinbestände entwickelt, steigt der Aufwand erheblich. Der Besuch von Insekten an Blüten ist dabei kein Beleg für einen hohen ökologischen Nutzen.
Auch in Bremen werden invasive Wasserpflanzen beobachtet. Im Werdersee breitete sich die Wasserpest 2026 allerdings nur gering aus. Eine Mahd war dort in dieser Saison nicht erforderlich.
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