Panorama

Hundshaie wandern von Helgoland bis in den offenen Atlantik

Mit Satellitensendern markierte Hundshaie verließen im Herbst Helgoland. Einige Tiere tauchten auf ihrer Wanderung mehr als 700 Meter tief.

11. September 2026, 03:26 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Hundshaie halten sich im Sommer im Seegebiet um Helgoland auf und ziehen im Herbst geschlossen nach Südwesten. Das ergab eine 2022 veröffentlichte Untersuchung des Thünen-Instituts mit 20 besenderten Tieren. Die Haie wanderten über niederländische Gewässer zur britischen Küste und zu den Kanalinseln.

Vier der markierten Hundshaie zogen sogar in den offenen Atlantik. Dort tauchten sie tagsüber regelmäßig in Tiefen von mehr als 700 Metern ab. Der Hundshai ist der größte Hai, der dauerhaft in deutschen Gewässern vorkommt.

Sender liefern Wanderprofil

Für die Untersuchung befestigten Forschende Sender an den Rückenflossen der Tiere. Die Geräte zeichneten über neun bis zwölf Monate Daten wie Wassertemperatur, Tiefe und Lichteinfall auf. Nach dem Ablösen an der Wasseroberfläche übermittelten sie die gespeicherten Werte per Satellit.

Da unter Wasser keine laufenden GPS-Positionen übertragen werden können, rekonstruierten die Forschenden die wahrscheinlichen Routen mit einem Modell. Es berücksichtigt unter anderem Messdaten der Sender und die Beschaffenheit des Meeresbodens.

Suche nach Nahrung

Die tiefen Tauchgänge stehen nach Einschätzung der Forschenden vermutlich mit der Nahrungssuche in Verbindung. Kalmare, die zur Beute der Hundshaie gehören, wechseln im Tagesverlauf zwischen verschiedenen Wassertiefen. Die Haie könnten ihnen auf ihren Wanderungen in die Tiefe folgen.

Warum die Tiere ihre Sommergebiete verlassen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Das Team vermutet einen Zusammenhang mit der Fortpflanzung. Weitere Markierungen sollen helfen, wichtige Reproduktions- und Aufwuchsgebiete zu identifizieren. Dieses Wissen gilt als Voraussetzung für gezieltere Schutzmaßnahmen für die als gefährdet eingestufte Art.

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