Giftnotruf Nord verzeichnet deutlich mehr Beratungsfälle

Die Zahl der Beratungen zu Vergiftungen ist 2025 um rund zehn Prozent gestiegen. Auch Anfragen zu Cannabis nahmen zu.

Panorama 05. Oktober 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Der Giftnotruf für Bremen und drei weitere norddeutsche Bundesländer hat 2025 deutlich mehr Anfragen erhalten. Das Giftinformationszentrum Nord führte insgesamt 52.573 Beratungen zu Vergiftungen und Verdachtsfällen. Das waren rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Universität Göttingen als Sitz der Einrichtung mitteilte.

Die meisten Fälle ereigneten sich versehentlich und im häuslichen Umfeld. Am häufigsten standen Medikamente im Verdacht, eine Vergiftung verursacht zu haben. Danach folgten chemische Produkte, Pflanzen sowie Nahrungs- und Genussmittel. Besonders für Kinder können alltägliche Substanzen gefährlich werden. Das größte Risiko geht den Angaben zufolge von Arzneimitteln und Haushaltschemikalien aus.

23 Todesfälle dokumentiert

In 23 Beratungsfällen wurde nachträglich ein Todesfall erfasst. Der Giftnotruf unterstützt sowohl medizinisches Fachpersonal als auch Privatpersonen bei Vergiftungen und akuten Notfällen. Sein Zuständigkeitsgebiet umfasst neben Bremen auch Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Auch Vergiftungen bei Tieren gehören zum Aufgabengebiet. Dazu zählte das Zentrum im vergangenen Jahr 1.256 Beratungen.

Anstieg bei Cannabis

In 1.324 Fällen waren Drogen der Anlass für einen Anruf. Besonders häufig ging es um Kokain, Amphetamine und vergleichbare Substanzen sowie um Cannabis und synthetische Cannabinoide. Die Zahl der Beratungen speziell zum Cannabiskonsum stieg gegenüber 2024 um 17 Prozent.

Das Jahr 2025 war das erste vollständige Kalenderjahr nach der Teillegalisierung von Cannabis. Dennoch machten Drogen nur einen kleinen Teil aller Anfragen aus. Medikamente und andere Stoffe aus dem Alltag waren für wesentlich mehr Beratungen verantwortlich.

Originalquelle

Nordsee-Zeitung

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