Panorama

Geestferkel aus Wildeshausen meldet Insolvenz an

Der Ferkelerzeuger Geestferkel hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen nennt stark gesunkene Erlöse bei zugleich hohen Kosten als Ursache.

29. Juli 2026, 04:30 Uhr 1 Min. Lesezeit 5 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft

Die Geestferkel GmbH mit Sitz in Wildeshausen hat Insolvenz angemeldet. Nach Angaben des Unternehmens sind 188 Arbeitsplätze betroffen. Geestferkel betreibt Standorte in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Als Grund nennt das Unternehmen den starken Preisrückgang bei Ferkeln und Mastschweinen. Zugleich seien die Ausgaben für Futter, Energie, Löhne und Bauprojekte deutlich gestiegen.

Erlöse unter Druck

Für einzelne Ferkel erziele Geestferkel derzeit teils nur rund 30 Euro. Das entspreche einem Verlust von mehr als 25 Euro je Tier. Bei Mastschweinen liege der Erlös nach Unternehmensangaben bei etwa 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Daraus ergebe sich ein Minus von mehr als 50 Euro pro Schwein.

Die Erlöse reichten nach Darstellung der Firma teilweise nicht aus, um die laufende Versorgung der Tiere zu finanzieren. Inflationsbereinigt seien die Preise auf einem seit Jahrzehnten niedrigen Niveau.

Forderung nach Planungssicherheit

Geestferkel verweist auf Investitionen in Tiergesundheit und Haltungsformen. Alle Sauenstandorte seien nach den Vorgaben der Initiative Tierwohl zertifiziert. Jörn Ahlers kritisierte, dass sich höhere Standards unter den aktuellen Marktbedingungen wirtschaftlich nicht trügen.

Er fordert einen staatlich abgesicherten Zuschlag für Tierwohl sowie längerfristige Preisvereinbarungen. Statt wöchentlicher Notierungen sollten nach seiner Auffassung Jahrespreise vereinbart werden. Die Insolvenz sei ein Warnsignal für die Schweinehaltung in Deutschland, erklärte die Geschäftsführung. Sie sieht die Gefahr, dass die Produktion stärker ins Ausland verlagert wird.

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