Feldpostbriefe erzählen vom Leben eines Bremer Soldaten
Eine Ausstellung im St. Joseph-Stift zeichnet das Leben von Paul Lefmann im Ersten Weltkrieg nach. Grundlage sind Hunderte Feldpostbriefe.
Feldpostbriefe des Bremer Musikers und Soldaten Paul Lefmann stehen im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im St. Joseph-Stift. Die Schau „Eine unvorstellbare Sehnsucht nach Frieden“ ist vom 20. Oktober bis zum 10. November 2026 im Glasgang zum ärztehaus st. marien zu sehen.
Auf 18 Tafeln verbindet die Ausstellung Auszüge aus Lefmanns Briefen mit Fotografien, Dokumenten und historischen Erläuterungen. Sie beleuchtet seinen Alltag während des Ersten Weltkriegs, seine Beziehungen sowie seine Ängste und Hoffnungen. Auch seine Biografie und seine damaligen Aufenthaltsorte werden vorgestellt.
440 Briefe ausgewertet
Paul Lefmann lebte von 1893 bis 1929. Seine erhaltene Feldpost stammt aus den Jahren 1915 bis 1918. Darin schilderte er unter anderem das Leben fern der Heimat, lange Wartezeiten sowie Unsicherheit und Bedrohung. Einige Briefe führen nach Pignicourt und Rethel in Nordfrankreich. Zugleich zeigen die Dokumente, welche Bedeutung Bücher, Musik und persönliche Kontakte für ihn hatten.
Erarbeitet wurde die Ausstellung von 42 Schülerinnen und Schülern aus Geschichtsleistungskursen der St. Johannis-Schule Bremen. Unter Leitung ihrer Lehrer Oliver Rosteck und Sebastian Rothe werteten sie insgesamt 440 Briefe aus. Aus der schulischen Recherche entstand anschließend ein öffentliches Erinnerungsprojekt.
Persönlicher Blick auf Krieg
Die Ausstellung richtet den Blick nicht auf Schlachten, militärische Führung oder politische Entscheidungen. Stattdessen zeichnet sie anhand eines einzelnen Lebens nach, wie ein Mensch den Krieg erlebte und versuchte, sich Alltag und Zukunftshoffnung zu bewahren. Die Präsentation soll zur Auseinandersetzung mit Krieg, Frieden und persönlicher Erinnerung anregen.
Schauplatz
Originalquelle
Krankenhaus St. Joseph-StiftKommentare
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