Fall Lorenz: Prozess startet im Januar mit 21 Verhandlungstagen
Der Prozess gegen einen Polizisten nach den tödlichen Schüssen auf Lorenz A. beginnt am 18. Januar 2027. Für die Öffentlichkeit stehen 50 Plätze bereit.
Der Prozess um die tödlichen Polizeischüsse auf Lorenz A. in Oldenburg soll am 18. Januar 2027 beginnen. Das Landgericht hat insgesamt 21 Verhandlungstage angesetzt. Der bislang letzte Termin ist für den 16. Juni vorgesehen. Die Uhrzeiten will das Gericht gesondert bekannt geben.
Angeklagt ist ein inzwischen 28 Jahre alter Polizeibeamter wegen fahrlässiger Tötung. Über seine strafrechtliche Verantwortung ist noch nicht entschieden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Prozess in Saal 1
Verhandelt werden soll im Sitzungssaal 1 des Landgerichts Oldenburg. Dort gibt es 50 Zuschauerplätze. Nach Angaben des Gerichts wurde kein größerer geeigneter Saal gefunden. Die notwendige Sicherheit könne nur im Gerichtsgebäude gewährleistet werden. Eine Übertragung in einen weiteren Raum ist nicht geplant.
Die Grünen-Abgeordneten Lena Nzume und Alaa Alhamwi fordern, weitere Möglichkeiten für zusätzliche Plätze zu prüfen. Auch die Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“ bezweifelt, dass die vorhandene Kapazität ausreicht. Sie verlangt insbesondere, Angehörigen von Lorenz A. auf Wunsch die Teilnahme vor Ort zu ermöglichen.
Schüsse im April 2025
Der 21-jährige Lorenz A. war in der Nacht zum 20. April 2025 während eines Polizeieinsatzes in der Oldenburger Innenstadt erschossen worden. Laut Anklage soll der Beamte von hinten auf ihn geschossen haben. Das Landgericht ließ die Anklage im Juli 2026 zur Hauptverhandlung zu.
Für den Prozess hat die Strafkammer außerdem einen Sachverständigen für Polizeipsychologie bestellt. Er soll untersuchen, welche Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten der Beamte in der nur wenige Sekunden dauernden Situation hatte.
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