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DGB-Chef Harder fordert Politik mit konkreten Lösungen

DGB-Landeschef Ernesto Harder sieht Gewerkschaften auch in Krisenzeiten als wichtige Interessenvertretung. Von der Politik verlangt er mehr Nähe zum Arbeitsalltag.

02. August 2026, 09:46 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert

DGB-Landeschef Ernesto Harder sieht Gewerkschaften auch in Krisenzeiten als wichtige Interessenvertretung. Von der Politik verlangt er mehr Nähe zum Arbeitsalltag.

Der DGB-Vorsitzende für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, Ernesto Harder, hat Gewerkschaften als unverzichtbare Stimme der Beschäftigten bezeichnet. Auch bei sinkenden Mitgliederzahlen blieben sie große Organisationen, die Interessen in Betrieben und Dienststellen gegenüber Arbeitgebern und Politik verträten, sagte Harder im NDR-Interview.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten seien Mitbestimmung und Gewerkschaften besonders wichtig. Beschäftigte bräuchten Vertretungen, die bei Problemen im Betrieb und bei Tariffragen handlungsfähig seien.

Tarife brauchen Kompromisse

Forderungen nach höheren Löhnen verteidigte Harder grundsätzlich. Wenn Unternehmen hohe Gewinne erzielten, müssten Beschäftigte daran beteiligt werden. Zugleich verwies er darauf, dass die wirtschaftliche Lage zwischen Branchen unterschiedlich sei. Gewerkschaften hätten noch nie einen Betrieb durch Entgeltforderungen in den Ruin getrieben. Am Ende würden in Tarifverhandlungen Lösungen gefunden, die beide Seiten tragen könnten.

Harder hat nach eigenen Angaben einen beruflichen Hintergrund in der betrieblichen Mitbestimmung. Während seines Studiums beschäftigte er sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und promovierte in diesem Feld. Der Einsatz für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen seien, präge ihn bis heute.

Blick auf die Wahlen

Mit Sorge äußerte sich der DGB-Chef zu hohen Umfragewerten der AfD, insbesondere vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Partei könne aus seiner Sicht keines der dortigen oder bundesweiten Probleme mit ihrem Wahlprogramm lösen.

Bei Betriebsratswahlen spiele die AfD nach Harders Beobachtung dagegen kaum eine Rolle. Beschäftigte achteten darauf, wer Erfahrung bei Arbeitsbedingungen, Tarifverträgen und Mitbestimmung habe. Daraus leite er auch einen Anspruch an die Politik ab: Wer Wahlen gewinnen wolle, müsse konkrete Probleme lösen.

Harder regte zudem an, dass Politikerinnen und Politiker regelmäßiger Einblicke in Betriebsratsarbeit und Tarifverhandlungen erhalten sollten. Organisierte Besuchstermine reichten dafür nicht aus; entscheidend sei der unmittelbare Kontakt mit den Problemen in Betrieben und Dienststellen.

Originalquelle

NDR Niedersachsen

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