Bremer Ringvorlesung beleuchtet Streit um den Wolf
Eine Vorlesungsreihe der Universität Bremen befasst sich mit Herdenschutz, Wolfsabschüssen und rechtlichen Fragen. Vorträge sind dienstags geplant.
Eine Ringvorlesung an der Universität Bremen widmet sich dem Konflikt zwischen Wolfsschutz und Weidetierhaltung. Die Vorträge sollen wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis zusammenführen. Interessierte können die Veranstaltungen jeweils dienstags um 17 Uhr besuchen.
Im Mittelpunkt stehen das Verhalten und die Verbreitung von Wölfen sowie ihr Verhältnis zum Menschen. Fachleute befassen sich außerdem mit dem Schutz von Schafen, Ziegen und Kälbern. Weitere Themen sind die rechtlichen Voraussetzungen für Abschüsse und der Umgang mit Ängsten vor Begegnungen.
Konflikt um Abschüsse
Organisiert wird die Reihe von der Forschungsstelle für Tier- und Tierschutzrecht der Universität Bremen und der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe. Einzelne Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit der Entwicklung der Bestände, der Wahrnehmung des Wolfs als Freund oder Feind und gerichtlichen Auseinandersetzungen.
Die Debatte hat durch neue Regeln im benachbarten Niedersachsen zusätzliche Aktualität erhalten. Seit der Einführung des dortigen Wolfsmanagementplans Ende Juni wurden nach Angaben des Umweltministeriums zwei Wölfe getötet. Weitere Schnellabschussverfahren laufen. Informationen dazu veröffentlicht das Land erst nach sechs Wochen, um beteiligte Personen zu schützen.
Regeln in Niedersachsen
Ein Schnellabschuss kommt dem Managementplan zufolge infrage, wenn ein Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit Nutztiere gerissen und dabei zumutbare Schutzvorkehrungen überwunden hat. Bei wiederholten Angriffen können in ausgewiesenen Interventionsgebieten auch ganze Rudel getötet werden.
Das niedersächsische Umweltministerium betont zugleich, dass sich die meisten Rudel im Land unauffällig verhielten. Nutztierrisse gingen demnach auf einzelne Wölfe zurück. Der Managementplan soll Weidetiere schützen, ohne den Fortbestand der Art zu gefährden.
Originalquelle
Nordsee-ZeitungKommentare
Ihre Meinung zu diesem Artikel. Beiträge erscheinen sofort; die Redaktion liest mit und entfernt, was gegen Recht oder Anstand verstößt.