Bremer Profiler prüft düsteren Kölner „Tatort“ auf Plausibilität

Axel Petermann sieht im neuen Kölner „Tatort“ ein spannendes Psychodrama über Angst und Abhängigkeit. Kriminalistisch bleiben für ihn jedoch Schwächen.

Panorama 19. September 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Tatort Köln (Archivfoto)
Tatort Köln (Archivfoto) | Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0

Der Bremer Profiler und frühere Kriminalkommissar Axel Petermann bewertet den neuen Kölner „Tatort“ als spannend und atmosphärisch dicht. Die Folge „Die letzten Menschen von Köln“ greife Fragen nach Manipulation, familiärer Schuld und psychischer Abhängigkeit auf. Die kriminalistische Handlung überzeuge nach seiner Einschätzung allerdings nicht durchgehend. Mit dem Film endet die 19-wöchige Sommerpause der Reihe.

Mord während Bombenentschärfung

Während Köln wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe im Ausnahmezustand ist, wird der Berufsschullehrer Linus Makris in einem Park erstochen. Die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk stoßen bei ihren Ermittlungen auf dessen verschwundene Schwester Elara Schmidtke.

Elara nimmt an einem Überlebenstraining für sogenannte Prepper teil. Damit sind Menschen gemeint, die sich gezielt auf Katastrophen und den Zusammenbruch der öffentlichen Versorgung vorbereiten. Der Kurs findet in einem ehemaligen Bunker statt. Elara verfolgt dort jedoch ein anderes Ziel: Sie und ihr Bruder vermuten, dass der Leiter des Workshops mit einer lange zurückliegenden Straftat verbunden ist.

Bedrohung im Bunker

Während die Ermittler nach dem unterirdischen Schauplatz suchen, verschärfen sich dort Konflikte zwischen den Teilnehmern. Der abgeschlossene Raum wird zum Zentrum einer von Angst, alten Verbindungen und Abhängigkeiten geprägten Gruppendynamik. Die Bombenentschärfung über der Erde verstärkt dabei die apokalyptische Stimmung.

Besonders überzeugend findet Petermann den Vater-Sohn-Konflikt. Der Film deute an, wie langjährige Unterdrückung, Loyalität, Hass und der Wunsch nach Anerkennung in einen Vatermord münden können. Eine solche Tat sei nicht zwingend das Ergebnis eines einzelnen Moments, sondern könne am Ende einer längeren Entwicklung stehen. Nach Petermanns Urteil beleuchtet die Folge diesen inneren Konflikt wirkungsvoll, lässt dabei aber einige Aspekte offen.

Originalquelle

Nordsee-Zeitung

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