Bremer Bibliothek erschließt 150 Briefe von Adolf Bastian

Studierende haben den Briefwechsel des Bremer Ethnologen Adolf Bastian mit seinem Verleger ausgewertet. Der Bestand ist nun für die Forschung zugänglich.

Panorama 19. Oktober 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Bremer Bibliothek erschließt 150 Briefe von Adolf Bastian
Foto: Presseportal Bremen

Mehr als 150 Briefe des in Bremen geborenen Ethnologen Adolf Bastian sind neu erschlossen worden. Studierende der Geschichtswissenschaft werteten den Briefwechsel im Rahmen eines Seminars an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen aus. Forschende können den Bestand nun über die Nachlassdatenbank Kalliope recherchieren und im Handschriftenlesesaal der Bibliothek einsehen.

Die Korrespondenz zwischen Bastian und seinem Verleger Hermann Costenoble beleuchtet die wissenschaftliche Arbeit im 19. Jahrhundert. Sie enthält außerdem Informationen über damalige Publikationsabläufe und Bastians Reiseplanungen.

Arbeit an alten Schriften

Für die inhaltliche Erschließung mussten die Studierenden historische Kurrentschrift lesen. Dabei befassten sie sich zugleich mit der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte der frühen Ethnologie. Unterstützt wurde das Seminar von Thomas Theye, der zu den Verbindungen zwischen Ethnologie und Fotografie im 19. Jahrhundert promoviert hat.

Geleitet wurde das Seminar von Maria Hermes-Wladarsch, Leiterin der historischen Sammlungen der Staats- und Universitätsbibliothek. Es war am Lehrstuhl des Historikers Cornelius Torp angesiedelt.

Forscher aus Bremen

Adolf Bastian wurde 1826 in Bremen geboren. Er arbeitete zunächst als Schiffsarzt und unternahm später mehrere Forschungsreisen. Diese führten ihn unter anderem nach Australien, in die Südsee, nach Nord- und Südamerika, nach Südasien sowie an verschiedene afrikanische Küsten.

Ab 1869 lehrte Bastian an der Berliner Universität, zunächst als Dozent und später als Professor für Ethnologie. Zudem war er Gründungsdirektor des damaligen Museums für Völkerkunde in Berlin. Er wird zu den Begründern der Ethnologie als wissenschaftlicher Disziplin gezählt. Bastian starb 1905 während seiner neunten Weltreise in Port of Spain auf Trinidad.

Originalquelle

Presseportal Bremen

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