Bremer Ausbildungsmarkt: Bewerberzahl steigt, Stellenangebot sinkt

Im Land Bremen treffen mehr Ausbildungssuchende auf deutlich weniger gemeldete Stellen. Ende September suchten noch 1.055 junge Menschen einen Platz.

Panorama 30. Oktober 2026, 00:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 1 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Arbeitnehmerkammer Bremen (Archivfoto)
Arbeitnehmerkammer Bremen (Archivfoto) | Foto: Mama Leone / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Auf dem Ausbildungsmarkt im Land Bremen hat sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage verschlechtert. Für das Ausbildungsjahr 2025/26 wurden 4.133 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 498 Stellen oder 10,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich stieg die Zahl der registrierten Bewerberinnen und Bewerber um 5,5 Prozent auf 4.988.

Auch bei der Handelskammer und der Handwerkskammer wurden weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Nach Angaben der Arbeitnehmerkammer bildet im Land Bremen inzwischen nur noch jeder fünfte Betrieb aus.

Mehr Suchende als Stellen

Ende September hatten 426 registrierte Bewerberinnen und Bewerber weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative. Dem standen 212 unbesetzte Stellen gegenüber. Weitere 629 junge Menschen suchten trotz einer vorhandenen Alternative weiter. Insgesamt waren damit noch 1.055 Menschen an einem Ausbildungsplatz interessiert – etwa fünfmal so viele, wie offene Stellen gemeldet waren.

In Bremerhaven war das Verhältnis besonders ungünstig. Dort kamen 114 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber auf 52 freie Ausbildungsplätze.

Kammer fordert mehr Angebote

Die Statistiken der Arbeitsagentur erfassen allerdings nicht den gesamten Markt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hatte für 2025 errechnet, dass auf 100 geeignete Interessierte lediglich 67 Ausbildungsplätze kamen. Neue Zahlen für das laufende Ausbildungsjahr werden voraussichtlich im Dezember vorgelegt. Beide Statistiken berücksichtigen nur Personen, die offiziell als ausbildungsreif gelten.

Arbeitnehmerkammer-Hauptgeschäftsführer Peer Rosenthal wertet den Rückgang der Stellen und Verträge als Warnsignal. Er fordert die Betriebe auf, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Zudem solle der Ausbildungsunterstützungsfonds stärker genutzt und weiterentwickelt werden.

Zusätzliche Plätze gefordert

Die Arbeitnehmerkammer spricht sich außerdem für mehr außerbetriebliche Ausbildungsplätze in Bremen und Bremerhaven aus. Unterstützungsangebote sollten Ausbildungsabbrüche verhindern. Als weiteres Hindernis nennt sie den angespannten Wohnungsmarkt und fordert deshalb einen Ausbau von Wohnheimen für Auszubildende.

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