Archäologie-Kalender zeigt Bremens verborgene Geschichte
Zum Tag der Deutschen Einheit veröffentlicht die Landesarchäologie einen Kalender mit Funden aus Bremens mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Blütezeit.
Die Bremer Landesarchäologie veröffentlicht zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2026 einen Kalender mit Aufnahmen bedeutender Funde aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Herausgeber ist Landesarchäologe Dieter Bischop. Die Motive erzählen von Handel, Befestigung und Kriegszeiten in der Stadt.
Der Kalender wird im Umfeld der Kulturmeile rund um Goetheplatz, Kunsthalle, Stadtbibliothek, Wilhelm Wagenfeld Haus und Gerhard Marcks Haus vorgestellt. Dort soll auch ein Poster zu den archäologischen Zeugnissen präsentiert werden. Anschließend ist der Kalender in Bremer Buchhandlungen und Kultureinrichtungen erhältlich.
Funde aus den Wallanlagen
Viele der abgebildeten Objekte stammen aus den Aufschüttungen der Wallanlagen. Beim Ausbau der Befestigung im 17. Jahrhundert wurde unterschiedliches Material verwendet, das später archäologisch untersucht werden konnte. Entdeckt wurden unter anderem Tuchplomben, Münzen sowie Bruchstücke niederländischer Fayencen und weiterer Keramik aus China und Portugal. Sie verweisen auf Bremens internationale Handelsverbindungen.
Auch militärische Spuren blieben erhalten. Verzierte Musketenkugeln, Beschläge und Geschosse einer Kartätsche – einer mit mehreren Kugeln gefüllten Artillerieladung – erinnern unter anderem an die Belagerung durch schwedische Truppen im Jahr 1666.
Bauwerke unter der Erde
Unter der Kreuzung zwischen Kunsthalle und Stadtbibliothek liegen noch Fundamente des Ostertorzwingers. Der niederländische Architekt Jacob Bockes van Vollenhoff hatte den runden Wehrturm ab 1512 errichtet. Das knapp 40 Meter hohe Bauwerk diente als Pulverlager und Gefängnis, bis es 1826 abgebrochen wurde.
Nahe der Kunsthalle und des Theaterbergs finden sich zudem Spuren des Zweiten Weltkriegs. Dazu zählt ein Erdbunker, der von 1949 bis 1962 als unterirdische Galerie unter dem Namen „Kunst-Krypta“ genutzt wurde. Die Kulturmeile macht damit nicht nur sichtbare Kulturorte, sondern auch mehrere unterirdische Schichten der Bremer Stadtgeschichte zugänglich.
Schauplatz
Originalquelle
Senatspressestelle BremenKommentare
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