Alkoholverbot an Bahnhöfen stößt in Bremen-Nord auf Kritik
Die Deutsche Bahn will Alkohol an allen rund 5400 Bahnhöfen untersagen. In Vegesack befürchten einige Anwohner Verlagerungen von Problemen.
Die Deutsche Bahn will Alkohol an allen rund 5400 Bahnhöfen untersagen. In Vegesack befürchten einige Anwohner Verlagerungen von Problemen.
Die Deutsche Bahn will den Alkoholkonsum an ihren rund 5400 Bahnhöfen bundesweit schrittweise untersagen. Bis zum 15. Oktober soll das Verbot umgesetzt werden. Betroffen wären auch die Stationen in Bremen-Nord, darunter der Bahnhof Vegesack. Dort fallen die Reaktionen gemischt aus.
Ein Mann, der am Vegesacker Bahnhof sein Feierabendbier trinkt, lehnt die Pläne entschieden ab. Auch der Nordbremer Christian Nold hält ein umfassendes Verbot für den falschen Ansatz. Aus seiner Sicht sollte die Bahn zunächst stärker gegen Drogenprobleme am Bremer Hauptbahnhof vorgehen.
Sorge vor Verlagerung
Nold berichtet, er habe früher nach der Arbeit mit Kollegen am Hauptbahnhof ein Bier getrunken. Nach Einführung des dortigen Alkoholverbots habe sich das Umfeld verändert, meint er. Plätze, an denen sich zuvor Gruppen mit Alkohol aufgehalten hätten, seien stärker von Drogenabhängigen genutzt worden. Für Vegesack befürchtet er eine ähnliche Entwicklung, falls das Verbot dort konsequent kontrolliert wird.
Diese Einschätzung ist eine persönliche Beobachtung und Prognose. Konkrete Angaben zu einer möglichen Verlagerung von Drogenproblemen nach Bremen-Nord liegen in der Meldung nicht vor.
Bahn verweist auf Erfahrungen
Nach Angaben einer Bahnsprecherin geht die Regelung auf Wünsche von Reisenden, Beschäftigten sowie Städten und Kommunen zurück. Die Deutsche Bahn verweist auf bereits geltende Verbote unter anderem am Bremer Hauptbahnhof sowie an den Hauptbahnhöfen in Hamburg, München und Frankfurt. Auch in Hamburg-Altona habe das Unternehmen mit entsprechenden Regeln positive Erfahrungen gemacht.
Mit dem bundesweiten Verbot will die Bahn den Alkoholkonsum im Bahnhofsbereich einheitlich regeln. Wie die Vorgaben an den einzelnen Stationen in Bremen-Nord kontrolliert werden sollen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.