70 Prozent der Pflegebedürftigen in Bremen familiär versorgt

Rund 33.500 Pflegebedürftige im Land Bremen werden allein von Familie und Freunden betreut. Gesundheitssenatorin Bernhard fordert mehr Entlastung.

Panorama 05. Oktober 2026, 02:00 Uhr 1 Min. Lesezeit 2 Aufrufe KI-generiert nicht redaktionell geprüft
Claudia Bernhard (Archivfoto)
Claudia Bernhard (Archivfoto) | Foto: Clemens Wittmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Im Land Bremen werden rund 33.500 pflegebedürftige Menschen ausschließlich von Angehörigen, Freunden oder anderen nahestehenden Personen versorgt. Das entspricht 70 Prozent aller Pflegebedürftigen. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard fordert deshalb, die Unterstützung dieser Menschen in der geplanten Pflegereform auszubauen.

Viele Pflegende reduzieren nach Angaben der Senatorin ihre Arbeitszeit oder geben ihre Berufstätigkeit vorübergehend auf. Besonders häufig übernehmen Frauen die Versorgung. Bernhard begrüßte, dass der Bund eine geplante Kürzung der Rentenpunkte für pflegende Angehörige zurückgenommen habe. Weitere Entlastungen seien dennoch notwendig, um Pflege, Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren zu können.

Beratung im Quartier

Das Land setzt nach eigenen Angaben auf wohnortnahe Netzwerke sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote. In Bremen bestehen seit mehr als 50 Jahren insgesamt 17 Dienstleistungszentren. In Bremerhaven koordiniert das kommunale Angebot „Heidjer Hilfe“ entsprechende Hilfen.

Hinzu kommen drei Pflegestützpunkte mit zwei Außenstellen sowie die Beratungsangebote der Pflegekassen. Für Fragen rund um Demenz steht außerdem die Demenz Informations- und Koordinierungsstelle, kurz DIKS, zur Verfügung.

Diskussion zur Demenzstrategie

Derzeit wird eine Demenzstrategie für Bremen erarbeitet. Ein Schwerpunkt soll auf der Entlastung pflegender Angehöriger liegen. Dazu findet am Mittwoch, 7. Oktober 2026, ab 15 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten an der Faulenstraße in Bremen statt.

Veranstalter sind das Gesundheitsressort, die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten, die Arbeitnehmerkammer Bremen und die DIKS. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Anlass der Erklärung Bernhards ist der Europäische Tag der pflegenden Angehörigen am 6. Oktober.

Schauplatz

Faulenstraße, Bremen Große Karte

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